2.200 Euro für drei Nächte: Luxus-Hotelrechnung löst Debatte über Steuergelder aus
Siegrid RöhrichtSturm um die Hotelrechnung des Landrats - 2.200 Euro für drei Nächte: Luxus-Hotelrechnung löst Debatte über Steuergelder aus
Eine aktuelle Hotelrechnung für zwei Bezirksvertreter hat eine Debatte über die Verwendung öffentlicher Mittel ausgelöst. Die Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim hatte im vergangenen Jahr kurzfristig zwei Zimmer für eine Konferenz in Hamburg gebucht. Kritiker hinterfragen, ob die Kosten von über 2.000 Euro für nur drei Nächte angemessen waren.
Der Streit entbrannte, nachdem der NDR berichtet hatte, dass die Gesamtkosten für zwei Zimmer in einem Hamburger Hotel im Jahr 2023 fast 2.600 Euro betragen hätten. Die Kreisverwaltung präzisierte später, dass die tatsächlichen Ausgaben bei 2.200 Euro lagen. Zusätzlich wurden rund 1.500 Euro für drei weitere Zimmer ausgegeben, die bereits früher für dieselbe Veranstaltung reserviert worden waren.
Die Zimmer waren kurzfristig für den Landrat Stefan Sternberg und eine Mitarbeiterin gebucht worden, die am Jahreskongress des Städtetags teilnahmen. Die Verwaltung begründete die Buchung damit, dass keine günstigeren oder passenden Alternativen verfügbar gewesen seien. Der Bund der Steuerzahler kritisierte die Ausgaben als "Luxus-Übernachtungen".
Neben den Hotelkosten rechnete Sternberg zudem ein Abendessen von über 225 Euro ab, das im Rahmen eines Investorentreffens stattfand. Die Verwaltung verteidigte die Ausgaben mit dem Verweis auf eine dienstliche Reise. Die durchschnittlichen Hotelpreise in der Nähe des Veranstaltungsorts liegen je nach Saison zwischen 46 und 145 Euro pro Nacht.
Warum die gebuchten Zimmer die üblichen Preise überschritten und ob im Voraus nach anderen Optionen gesucht wurde, blieb unklar.
Die Kreisverwaltung hält an den Ausgaben fest und betont, sie seien für dienstliche Pflichten notwendig gewesen. Die Diskussion zeigt die anhaltende Kritik an den Reise- und Übernachtungskosten im öffentlichen Sektor. Bisher wurden keine Änderungen der Buchungsrichtlinien angekündigt.