16 January 2026, 08:51

300 Jahre altes Tölzer Zauberbuch wirft neues Licht auf mysteriöse Gefängnisflucht

Ein aufgeschlagenes Buch mit schwarzem Hintergrund, das eine Seite aus einem Manuskript aus dem 16. Jahrhundert zeigt, mit Text aus dem Stundenbuch, das angeblich aus der Bibl. München, MS 0060, f 002v-002 stammt.

300 Jahre altes Tölzer Zauberbuch wirft neues Licht auf mysteriöse Gefängnisflucht

Ein 300 Jahre altes Rätsel ist wieder in den Fokus gerückt, nachdem ein Historiker ein Manuskript mit dem Namen Tölzer Zauberbuch entdeckt hat. Das Dokument soll einem Mann im Jahr 1704 mit schwarzer Magie zur Flucht aus dem Gefängnis in Bad Tölz verholfen haben. Dr. Christoph Bachmann, Direktor des Bayerischen Hauptstaatsarchivs in München, stellte kürzlich seine Erkenntnisse zu diesem ungewöhnlichen Fall vor.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Georg Krixchl, ein Mann aus Lenggries, der zu Beginn des 18. Jahrhunderts inhaftiert war. Der Legende nach nutzte er Zaubersprüche aus dem Buch, um sich aus der Haft in Bad Tölz zu befreien. Das Manuskript selbst ist seit langem ein Objekt der Neugier – eine Mischung aus Volksglauben und Kriminalgeschichte.

Dr. Bachmann, ein 62-jähriger Wissenschaftler aus der Region Chiemgau, hat jahrelang ungewöhnliche historische Fälle erforscht. Seine Arbeit reicht von Rechtsgeschichte aus der NS-Zeit bis hin zu agrarhistorischen Studien, doch diese Entdeckung sticht heraus. Das Bayerische Hauptstaatsarchiv, dessen Leitung er innehat, verwahrt 55 Kilometer Aktenmaterial – viele davon werden derzeit für die Öffentlichkeit digitalisiert. Das Tölzer Zauberbuch ist nur eines von unzähligen Dokumenten, die dort aufbewahrt werden. Bachmanns Artikel wirft neues Licht auf den Fall, auch wenn die genauen Umstände von Krixchls Flucht weiterhin im Dunkeln liegen. Das Manuskript selbst fasziniert nach wie vor Historiker und alle, die sich für ungelöste Mysterien begeistern.

Die Entdeckung unterstreicht die Bedeutung des Bayerischen Hauptstaatsarchivs bei der Aufdeckung vergessener Geschichten. Durch die Digitalisierungsbemühungen werden bald mehr Unterlagen – wie das Tölzer Zauberbuch – Forschern und der Öffentlichkeit zugänglich sein. Vorerst bleibt die Legende von Georg Krixchls Flucht eine der rätselhaftesten Episoden der Geschichte in Bad Tölz.