22 February 2026, 21:05

5.000 Jahre Würfelgeschichte im Barockschloss Delitzsch entdecken

Ein unordentlicher Raum voller alter Grammophone, Uhren und verschiedener Musikinstrumente auf Tischen und Schränken, mit Kartons und anderen Gegenständen, die herumliegen und ein nostalgisches Ambiente schaffen.

Barocker Palast Delitzsch Präsentiert Weihnachtsausstellung Über Würfel - 5.000 Jahre Würfelgeschichte im Barockschloss Delitzsch entdecken

Einzigartige Ausstellung zur Geschichte der Würfel im Barockschloss Delitzsch eröffnet

Im Barockschloss Delitzsch in Nordsachsen ist eine außergewöhnliche Ausstellung zur Geschichte der Würfel eröffnet worden. Vom 28. November bis zum 22. Februar präsentiert sie eine der umfangreichsten privaten Sammlungen würfelbezogener Exponate weltweit. Der Leipziger Sammler Jakob Gloger hat über Jahre hinweg mehr als 15.000 Objekte zusammengetragen, die 5.000 Jahre Spielgeschichte umfassen.

Die unter dem Titel "Würfel, Knöchelchen, Glücksspiel – Geschichte des Spielwürfels" stehende Schau führt die Ursprünge der Würfel bis ins alte Mesopotamien zurück. Frühe Spieler nutzten Tierknochen – sogenannte Astragale oder Knöchelchen – als improvisierte Würfel. Der älteste bekannte würfelförmige Spielstein, gefunden in Shahr-e Sukhteh im Iran, stammt aus der Zeit um 2800–2500 v. Chr. Zur gleichen Zeit tauchten im Indus-Tal, in Mohenjo-daro, auch Tonwürfel auf, was darauf hindeutet, dass sich Würfel in verschiedenen Kulturen unabhängig voneinander entwickelten.

Die alten Griechen setzten Knöchelchen später für Glücksspiele ein. Ab dem 14. Jahrhundert etablierte sich in Europa die Regel, dass sich die gegenüberliegenden Seiten eines Würfels stets zu sieben addieren. Die Ausstellung zeigt zudem mehrflächige Würfel wie den vier-, acht- und zwanzigseitigen (d4, d8, d20), die auf die platonischen Körper zurückgehen, die Platon in seinem Werk "Timaeus" um 360 v. Chr. beschrieb. Diese vielseitigen Würfel erlangten 1974 mit der Veröffentlichung von "Dungeons & Dragons" große Popularität.

Glogers Sammlung umfasst seltene Stücke wie 2.000 Jahre alte Knochenwürfel, historische Würfelmaschinen und eine Fülle von Würfelspielen. Die Vielfalt der Exponate spiegelt wider, wie sich Würfel von einfachen Glücksspielutensilien zu komplexen Spielaccessoires entwickelt haben.

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Die Ausstellung lädt Besucher ein, die kulturelle und historische Bedeutung der Würfel zu erkunden. Von antiken Knöchelchen bis zu modernen Rollenspielen zeigen die Exponate, wie ein schlichtes Objekt über Jahrtausende hinweg die Unterhaltung geprägt hat. Das Barockschloss Delitzsch zeigt die Schau noch bis zum 22. Februar.