27 April 2026, 14:37

81 Prozent der Deutschen halten Vermögensverteilung für ungerecht – und fordern Reformen

Plakat mit Gebäuden und Wolken im Hintergrund, Text lautet "Die Reichen sollen ihren gerechten Anteil bezahlen."

81 Prozent der Deutschen halten Vermögensverteilung für ungerecht – und fordern Reformen

Eine deutliche Mehrheit der Deutschen hält den Wohlstand im Land für ungerecht verteilt. Neue Umfrageergebnisse zeigen eine weit verbreitete Unzufriedenheit mit der Vermögensverteilung in der Gesellschaft. Gleichzeitig wächst über alle politischen Lager hinweg die Unterstützung für höhere Steuern auf Reiche und große Erbschaften.

Nur 15 Prozent der Befragten empfinden die Vermögensverteilung in Deutschland als gerecht. In den ostdeutschen Bundesländern ist der Wert noch niedriger: In Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und der Region Berlin-Brandenburg halten 90 Prozent der Menschen die Verteilung für ungerecht.

Insgesamt bewerten 81 Prozent der Deutschen das aktuelle System als unfair. Diese Kritik ist parteiübergreifend – in allen Bundestagsfraktionen halten es Mehrheiten für unausgewogen. Besonders ausgeprägt ist die Ablehnung bei Anhängern der Linken (88 Prozent), gefolgt von den Grünen (87 Prozent), SPD-Wählern (85 Prozent) und Union-Anhängern (62 Prozent).

Bei der Frage nach Lösungen spricht sich eine Mehrheit von 64 Prozent für die Wiedereinführung einer Vermögenssteuer aus, während 29 Prozent dagegen sind. Die stärkste Zustimmung kommt von Sympathisanten der Linken (88 Prozent), der Grünen (87 Prozent) und der SPD (84 Prozent). Selbst in der konservativen Union befürworten 62 Prozent die Maßnahme, während die AfD-Anhänger gespalten sind: 42 Prozent dafür, 52 Prozent dagegen.

Auch höhere Erbschaftssteuern finden breite Zustimmung. Bundesweit unterstützen 61 Prozent eine stärkere Besteuerung großer Erbschaften, 32 Prozent lehnen dies ab. Wieder zeigen sich die linken Parteien am überzeugtesten: 88 Prozent der Linken-Wähler, 85 Prozent der Grünen-Anhänger und 78 Prozent der SPD-Sympathisanten befürworten die Pläne. Doch selbst unter Union-Anhängern stimmen 64 Prozent für höhere Erbschaftssteuern.

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Die Ergebnisse offenbaren eine tiefe Sorge über die wirtschaftliche Ungleichheit in Deutschland. Eine klare Mehrheit – unabhängig von der politischen Ausrichtung – fordert Maßnahmen bei Vermögens- und Erbschaftssteuern. Die Umfrage deutet auf wachsenden Druck auf die Politik hin, das Thema in den anstehenden Debatten anzugehen.

Quelle