11 February 2026, 21:35

AfD begrenzt Sellner-Kontakte – doch Landesverbände halten an Zusammenarbeit fest

Ein deutsches Propagandaplakat der NSDAP mit zwei Männern auf einem Sofa, mit Textinformationen zur Partei.

AfD begrenzt Sellner-Kontakte – doch Landesverbände halten an Zusammenarbeit fest

Die Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat Schritte unternommen, um Auftritte mit dem rechtsextremen Aktivisten Martin Sellner einzuschränken. Ein neuer Beschluss fordert die Mitglieder auf, keine Veranstaltungen mit ihm zu organisieren. Dennoch zeigen einige Landesverbände weiterhin Unterstützung für seine Beteiligung an öffentlichen Debatten.

Die Maßnahme unterstreicht die anhaltenden Spannungen innerhalb der Partei über ihren Umgang mit umstrittenen Persönlichkeiten und deren Einfluss auf die AfD-Politik.

Der Bundesvorstand der AfD verabschiedete kürzlich eine Resolution, die Mitglieder davon abhalten soll, Veranstaltungen mit Sellner auszurichten. Ziel ist es, Distanz zu seinen Ansichten zu schaffen, insbesondere zu seinen Positionen zur "Remigration" und zur Definition der deutschen Staatsbürgerschaft. Trotz dieser Entscheidung hält der brandenburgische Landesverband an einer unterstützenden Haltung fest und stellt Sellners Rolle auf eine Stufe mit anderen polarisierenden Figuren wie Björn Höcke und der Co-Parteivorsitzenden Alice Weidel.

Hans-Christoph Berndt, Fraktionsvorsitzender der AfD in Brandenburg, betonte ausdrücklich, es gebe keinen Widerspruch zwischen Weidels Position und Sellners Einbindung. Dies steht im Kontrast zu früheren Konflikten unter den ehemaligen Vorsitzenden Alexander Gauland und Jörg Meuthen, die mit Höcke wegen ideologischer Differenzen aneinandergerieten. Die aktuelle Haltung deutet auf einen Wandel hin, wie die Partei ihr Verhältnis zu Aktivisten gestaltet, die umstrittene Diskurse vorantreiben.

Der AfD-Abgeordnete Andreas Hohm bestätigte, er habe zwar keine unmittelbaren Pläne, Veranstaltungen mit Sellner zu organisieren, schloss die Möglichkeit aber nicht vollständig aus. Er begründete seine Zurückhaltung mit einer "Arbeitsteilung" zwischen Partei und aktivistischen Unterstützern. Hohm wies zudem darauf hin, dass die Abgeordnete Lena Kotrété Sellners Einladung zu einer Diskussion im Januar bereits angenommen habe – ein Zeichen dafür, dass der Austausch mit ihm in gewissem Umfang weitergeht.

Der Beschluss verbietet AfD-Fraktionen nicht, an von Sellner ausgerichteten Debatten teilzunehmen oder seine Veranstaltungen zu besuchen. Damit bleibt Raum für eine fortgesetzte Zusammenarbeit, auch wenn die Parteiführung formelle Unterstützungen begrenzen will.

Die Resolution der AfD spiegelt den Versuch wider, interne Gräben zu überbrücken und gleichzeitig das öffentliche Image zu steuern. Die Landesverbände behalten jedoch die Freiheit, sich mit Sellner zu vernetzen, was seinen Einfluss in Parteikreisen weiter sichert. Die Entwicklung zeigt: Während die Führung die Deutungshoheit behalten will, prägen Aktivisten und regionale Gruppen die Ausrichtung der Partei in strittigen Fragen weiterhin mit.