AfD einigt sich mit umstrittenem Kevin Dorow auf Rückzug aus allen Ämtern
Siegrid RöhrichtAfD einigt sich mit umstrittenem Kevin Dorow auf Rückzug aus allen Ämtern
Die Alternative für Deutschland (AfD) hat sich mit Kevin Dorow, einer umstrittenen Figur innerhalb der Partei, auf einen Vergleich geeinigt. Dorow, der mehrere Führungspositionen innehatte, wird im Gegenzug für den Verzicht auf einen Parteiausschluss von allen Ämtern zurücktreten. Die Einigung folgt Vorwürfen, wonach seine Äußerungen Verbindungen zur nationalsozialistischen Ideologie aufweisen.
Die Entscheidung wurde einstimmig vom Bundesvorstand der AfD getroffen, der Dorow zuvor vorgeworfen hatte, mit seinen Aussagen eine Nähe zum Nationalsozialismus erkennen zu lassen. Der Rückzug Dorows betrifft sowohl seine Positionen in der Partei als auch in deren Jugendorganisation, Junge Alternative (JA).
Der Streit hatte begonnen, als der AfD-Bundesvorstand vier Aussagen Dorows prüfte und zu dem Schluss kam, dass seine Bemerkungen den Verdacht einer Billigung nationalsozialistischer Ansichten nahelegten. Gleichzeitig betonte die Partei, sie wolle keinerlei Verbindung zu solchen Haltungen.
Dorow, der sowohl im Vorstand der Jungen Alternative als auch im Landesverband Schleswig-Holstein der AfD saß, fungierte zudem als stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Kreistag Rendsburg-Eckernförde. Sein Rückzug aus all diesen Funktionen ist Teil des mit der Partei ausgehandelten Kompromisses.
Laut der Vereinbarung darf Dorow zwei Jahre lang kein Amt innerhalb der AfD oder ihrer Unterorganisationen bekleiden. Jean-Pascal Hohm, Bundesvorsitzender der Jungen Alternative, räumte ein, dass er zwar eine vollständige Rücknahme der disziplinarischen Maßnahmen bevorzugt hätte, der Kompromiss jedoch einen Weg nach vorn eröffne. Dorow selbst erklärte, die Entscheidung ermögliche es ihm, sich ohne Ablenkung durch interne Konflikte wieder auf die inhaltliche politische Arbeit zu konzentrieren.
Der AfD-Bundesvorstand stimmte letztlich gegen einen Parteiausschluss und entschied sich stattdessen für die ausgehandelte Lösung. Damit wird ein längerer innerparteilicher Streit vermieden, während Dorow dennoch Konsequenzen für seine Zukunft in der Partei tragen muss.
Die Einigung bedeutet, dass Dorow für mindestens zwei Jahre keine offiziellen Funktionen in der AfD oder der Jungen Alternative mehr ausüben wird. Die Partei hat zwar auf einen formalen Ausschluss verzichtet, aber gleichzeitig deutlich gemacht, dass sie jede wahrgenommene Sympathie für den Nationalsozialismus ablehnt.
Vorerst bringt die Vereinbarung eine vorläufige Beilegung des internen Konflikts, doch Dorows politische Zukunft nach Ablauf der Sperre bleibt ungewiss. Die Art und Weise, wie die AfD den Fall handhabt, zeigt ihre Bemühungen, sich von extremistischen Tendenzen abzugrenzen, während sie gleichzeitig interne Spannungen steuert.






