AfD greift Heidi Reichinnek wegen Luxus-Audi an – doch das Auto gehört ihr gar nicht
Streit um Heidi Reichinnek's Dienstwagen: Kann ein Linker sich Luxus leisten? - AfD greift Heidi Reichinnek wegen Luxus-Audi an – doch das Auto gehört ihr gar nicht
Ein Streit in den sozialen Medien ist über ein teures Auto entbrannt, das mit der Linken-Vorsitzenden Heidi Reichinnek in Verbindung gebracht wird. Die rechtspopulistische AfD warf ihr vor, einen hochpreisigen Audi A8 im Wert von etwa 106.000 Euro zu fahren. Nun deuten Berichte jedoch darauf hin, dass das Fahrzeug nicht ihr gehört, sondern ein Leasingwagen für Parteifunktionäre ist.
Die Auseinandersetzung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die AfD selbst wegen angeblicher Vetternwirtschaft in den eigenen Reihen in der Kritik steht.
Der Streit begann, als online ein Foto auftauchte, das Reichinnek neben einem Audi A8 mit dem Kennzeichen B-HR 419 zeigt. Die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch hinterfragte öffentlich, ob der Wagen ihr gehöre und wer die Kosten trage. Später warfen andere Kritiker von Storch vor, auf eine Falschmeldung hereingefallen zu sein – das Kennzeichen auf dem Bild stimme nicht mit dem tatsächlich infrage stehenden überein.
Laut dem Magazin stern handelt es sich bei dem Audi nicht um Reichinneks Privatfahrzeug, sondern um einen Leasingwagen, der vom Vorstand der Linken genutzt wird. Solche Regelungen sind im Bundestag gängig, wo Spitzenpolitiker aufgrund ihres vollen Terminkalenders oft Dienstwagen erhalten. Große Automobilhersteller bieten zudem günstige Leasingkonditionen für führende Politiker an, sodass hochwertige Modelle eine übliche Wahl sind.
Die Fokussierung der AfD auf Reichinneks Auto folgt auf einen internen Skandal der Partei. Markus Frohnmaier, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der AfD, steht unter dem Vorwurf der Vetternwirtschaft, nachdem seine Ehefrau von dem AfD-Abgeordneten Johann Martel eingestellt wurde. Beobachter vermuten, dass der Angriff auf Reichinnek dazu dienen könnte, von den eigenen Kontroversen der AfD abzulenken.
Personalisierte Kennzeichen sind unter deutschen Politikern nichts Ungewöhnliches. Der Bundestag erlaubt Fraktionsvorsitzenden zudem Dienstwagen – angesichts ihrer anspruchsvollen Zeitpläne eine übliche Praxis. Der hohe Preis des Audi entspricht dabei den typischen Leasingangeboten, die Abgeordneten zur Verfügung stehen.
Die Debatte zeigt, wie die Nutzung von Dienstwagen durch Politiker öffentliche Diskussionen auslösen kann. Die Linke hat klargestellt, dass es sich bei dem Audi um ein Leasingfahrzeug für offizielle Aufgaben handelt und nicht um Reichinneks Privatwagen. Die AfD hingegen bleibt weiter unter Druck – wegen ihrer Personalpolitik und möglicher Interessenkonflikte.
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