AfD gründet umstrittene Jugendorganisation Generation Deutschland in Niedersachsen
Dörthe ScheuermannProteste begleiten Gründung der AfD-Jugend in Niedersachsen - AfD gründet umstrittene Jugendorganisation Generation Deutschland in Niedersachsen
Die Alternative für Deutschland (AfD) hat in Niedersachsen ihre neue Jugendorganisation Generation Deutschland gegründet. Der Schritt ist Teil der Bestrebungen der Partei, ihren Einfluss im ganzen Land auszubauen. Bereits die ersten Aktivitäten der Gruppe wurden von Protesten und behördlicher Prüfung begleitet.
Die offizielle Gründung von Generation Deutschland erfolgte am 29. November 2025 in Gießen. Innerhalb eines Monats gingen rund 2.000 Mitgliedschaftsanträge ein. Seither wurden jedoch keine aktualisierten Zahlen oder Wachstumsdaten veröffentlicht.
Zu den programmatischen Forderungen der Organisation zählen die Unterstützung junger Familien, die Senkung der Betriebskosten für Unternehmen, eine Rückkehr zur Kernenergie sowie strengere Migrationskontrollen – darunter auch das von der AfD propagierte Konzept der 'Remigration'. Leiter des niedersächsischen Landesverbands ist der 28-jährige AfD-Abgeordnete Micha Fehre. Er erklärte, dass Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus bei einem Machtwechsel der Partei mit Abschiebungen rechnen müssten.
Die Gründungsveranstaltung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, während draußen etwa 300 Demonstranten protestierten. Behörden äußerten Bedenken wegen ideologischer Verbindungen zur Jungen Alternative, einer ehemaligen rechtsextremen Jugendorganisation, die zuvor vom Verfassungsschutz beobachtet worden war. Der niedersächsische AfD-Landesverband selbst wird von Landesbehörden als extremistisch eingestuft.
Fehre steht einem elfköpfigen Landesvorstand vor, in dem Patrick Schwarzer als stellvertretender Vorsitzender und Adrian Maxhuni als Beisitzer fungieren. Die Gruppe präsentiert sich als Plattform für junge Aktivisten, sieht sich aber auch als Kaderschmiede für künftige Parteiführer.
Die Gründung von Generation Deutschland in Niedersachsen spiegelt die übergeordnete Strategie der AfD wider, jüngere Wähler zu mobilisieren und eine neue politische Basis aufzubauen. Angesichts der bereits jetzt kritisch beobachteten Ausrichtung und Führung der Organisation wird ihr weiteres Wachstum und Einfluss voraussichtlich weiterhin kontrovers diskutiert werden. Seit Ende 2025 liegen keine aktuellen Mitgliederzahlen mehr vor.






