AfD-Jugendverband GD zerrissen: Warum Kevin Dorows Fall die Partei spaltet

Siegrid Röhricht
Siegrid Röhricht
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Ein Schwarz-Weiß-Bild zeigt eine Gruppe von Menschen, die mit Fahnen und Transparenten die Straße entlangmarschieren, mit einem Laternenmast auf der linken Seite und einem Gebäude mit einer Tafel, auf der "Deutsche Nationalsozialistische Arbeiterpartei in Berlin" steht, auf der rechten Seite.Siegrid Röhricht

AfD-Jugendverband GD zerrissen: Warum Kevin Dorows Fall die Partei spaltet

Die Alternative für Deutschland (AfD) steht vor ihrer ersten großen Bewährungsprobe in der Kontrolle über ihren neu gegründeten Jugendverband, Generation Deutschland (GD). Im Mittelpunkt des Streits steht Kevin Dorow, ein 27-jähriges Ersatzmitglied im GD-Bundesvorstand, dessen rechtsextreme Positionen und umstrittene Äußerungen ein Parteiausschlussverfahren ausgelöst haben. Die Parteiführung leitete zunächst Schritte zu seinem Ausschluss ein, ruderte später jedoch zurück – der Konflikt bleibt damit ungelöst.

Dorow, der dem Landesvorstand der AfD in Schleswig-Holstein angehört, steht seit Langem für völkisch-nationalistische Standpunkte. Er ist Mitglied zweier Kieler Burschenschaften – der Alten Königsberger Burschenschaft Alemannia und der Gymnasialen Burschenschaft Germania zu Kiel – und organisierte im Juli 2024 in Neumünster den "Tag der Flügel", an dem rechtsextreme Gruppen wie Ein Prozent und das Zentrum – Die alternative Gewerkschaft teilnahmen.

Auf dem Gründungsparteitag der GD erklärte Dorow, die Organisation solle zur "Speerspitze der jungen Rechten in Deutschland" werden. Zudem nutzte er den Slogan "Jugend führt Jugend", eine Parole mit historischen Bezügen zur Bündischen Jugend und später zur Hitlerjugend. Als die Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla ein Ausschlussverfahren einleiteten, weigerte sich Dorow, sich von dem Spruch zu distanzieren. Stattdessen kündigte er im Gespräch mit der rechtsextremen Jungen Freiheit an, gegen die Entscheidung vorzugehen.

Die Staatsanwaltschaft Gießen prüfte, ob Dorow Symbole einer verfassungsfeindlichen Organisation verwendet habe, doch weitere rechtliche Schritte wurden bisher nicht öffentlich bekannt. Die AfD-Führung hatte ihn zunächst zur persona non grata erklärt, hob diese Entscheidung jedoch aus formalen Gründen wieder auf – mit der Begründung, der GD-Bundesvorsitzende Jean-Pascal Hohm sei nicht ordnungsgemäß konsultiert worden.

In einem Gastbeitrag für die "Burschenschaftlichen Blätter" vertrat Dorow die These, dass allein die ethnische Zugehörigkeit über Erbe und Kultur entscheide – er nannte dies die "Seele des Volkes". Zudem stellte er grundlegende Prinzipien des deutschen Staatssystems infrage. Die weitere Entwicklung hängt nun von einer endgültigen Entscheidung ab, die auf einer Präsenzsitzung des Bundesvorstands Ende März erwartet wird.

Der Streit um Dorows Ausschluss offenbart die Schwierigkeiten der AfD, ihren Jugendverband unter Kontrolle zu halten. Eine abschließende Weichenstellung Ende März wird zeigen, ob die Parteiführung ihre Autorität durchsetzen kann. Bis dahin bleibt der Fall ein zentraler Test für die innere Disziplin der rechtsextremen Organisation.

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