01 January 2026, 07:20

Altersarmut in Deutschland erreicht 2024 traurigen Rekord mit 3,7 Millionen Betroffenen

Ein Plakat mit Bildern von Frauen und begleitendem Text.

3,7 Millionen Rentner in Deutschland von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen - Altersarmut in Deutschland erreicht 2024 traurigen Rekord mit 3,7 Millionen Betroffenen

Altersarmut in Deutschland erreichte 2024 mit 3,7 Millionen Rentnerinnen und Rentnern, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung betroffen sind, einen Rekordstand. Das ist die höchste Zahl seit Beginn der offiziellen Aufzeichnungen, wie aktuelle Daten zeigen. Der starke Anstieg sorgt bei Politikerinnen, Politikern und Verbänden gleichermaßen für Besorgnis.

Zwischen 2022 und 2024 stieg die Zahl der gefährdeten Rentner um 328.000 – ein Plus von 9,6 Prozent. Der Anteil der von Armut oder sozialer Ausgrenzung Betroffenen kletterte im selben Zeitraum von 19,8 auf 21,2 Prozent. Besonders hart traf es Frauen: 2,267 Millionen waren 2024 betroffen, gegenüber 1,477 Millionen Männern.

In diesen zwei Jahren rutschten zusätzlich 184.000 Frauen und 144.000 Männer in die Altersarmut ab. Die EU definiert Armutsrisiko als ein Leben mit weniger als 60 Prozent des nationalen Median-Einkommens. Soziale Ausgrenzung umfasst schwere materielle Entbehrungen oder das Leben in Haushalten mit sehr geringer Erwerbsbeteiligung. Fabio De Masi, Co-Vorsitzender des Bundesrentnerverbands (BSW), nannte die Lage "Deutschlands größten sozialen Zündstoff". Er kritisierte, dass in Spardebatten vor allem ältere Menschen im Fokus stünden, während die deutschen Renten zehn Prozentpunkte unter dem EU-Durchschnitt lägen. De Masi, der im Dezember 2025 zum BSW-Co-Chef gewählt wurde, war zuvor Spitzenkandidat seiner Partei bei der Europawahl 2024.

Die aktuellen Zahlen unterstreichen eine wachsende Krise der Alterssicherung. Mit 3,7 Millionen gefährdeten Rentnerinnen und Rentnern erfordert das Problem dringendes Handeln der Politik. Die Kluft zwischen den deutschen Renten und dem EU-Durchschnitt verschärft die Herausforderung zusätzlich.