Angst im ÖPNV: Jeder Vierte fühlt sich in Bussen und Bahnen unsicher
Dörthe ScheuermannEin von Vier fühlt sich auf Bus und Bahn unsicher - Angst im ÖPNV: Jeder Vierte fühlt sich in Bussen und Bahnen unsicher
Sicherheit im öffentlichen Dienst bleibt für viele Fahrgäste in Deutschland ein großes Problem. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass sich mehr als ein Viertel der Menschen in Bussen und Bahnen unsicher fühlt. Die Debatte hat nach einem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter Anfang dieses Monats neue Brisanz erhalten.
Laut der Erhebung fühlen sich 27 Prozent der Befragten im öffentlichen Dienst unsicher – selbst wenn sie nicht direkt belästigt oder bedroht wurden. 16 Prozent gaben an, bereits verbale Übergriffe erlebt zu haben, 5 Prozent waren bedroht worden. Körperliche Angriffe, zwar seltener, betrafen immerhin 4 Prozent der Teilnehmenden.
Besonders Frauen und jüngere Fahrgäste unter 40 Jahren berichteten häufiger von Unsicherheitsgefühlen oder negativen Vorfällen. 17 Prozent der Befragten hatten zudem miterlebt, wie andere angegriffen, bedroht oder belästigt wurden. Trotz dieser Sorgen gaben 29 Prozent an, noch nie schlechte Erfahrungen im ÖPNV gemacht zu haben, während 25 Prozent öffentlich Verkehrsmittel überhaupt nicht nutzen.
Am 2. Februar 2026 rückte das Thema schlagartig in den Fokus, als ein 26-jähriger griechischer Staatsbürger den Zugbegleiter Serkan C. in der Nähe von Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz) bei einem Streit um ein Ticket tödlich angriff. Der Vorfall löste bundesweit Entsetzen aus. Als Reaktion kündigte die Deutsche Bahn einen Sicherheitsgipfel an, der sich mit dem Schutz von Mitarbeitenden befassen soll – geplant für Freitag, den 13. Februar 2026.
Bei dem anstehenden Gipfel sollen konkrete Maßnahmen zum besseren Schutz von Bahnmitarbeitenden beschlossen werden. Angesichts der anhaltenden Verunsicherung vieler Fahrgäste wird die Diskussion voraussichtlich auch darauf abzielen, die Sicherheit im gesamten öffentlichen Nahverkehr zu erhöhen. Nach dem jüngsten, viel beachteten Vorfall steht die Politik unter Handlungsdruck.
Neue Sicherheitsmaßnahmen nach tragischem Angriff enthüllt
Die deutschen Bundesländer haben konkrete Sicherheitsverbesserungen für den Schienenverkehr nach dem Angriff auf einen Zugführer im Februar 2026 angekündigt. Die wichtigsten Maßnahmen sind:
- Ausgeweitete Videoüberwachung und KI-basierte Analyse in Zügen und Bahnhöfen.
- Verpflichtende Bodycams mit Audio für alle Zugführer bis 2027.
- Notrufknöpfe für das Personal, um Sicherheit sofort zu alarmieren.
- Mehr Sicherheitspersonal in Regional- und Nahverkehrszügen.
- Bundesfinanzierung zur Unterstützung dieser Initiativen, wobei die Umsetzung in diesem Jahr beginnt.