16 March 2026, 16:39

Bayerns Schienennetz droht der Kollaps – Bahn plant massive Zugausfälle

Ein altes Kartenbild des Basel-Strasburg-Gebiets in Deutschland, das Text und Linien zeigt, die den Verlauf der Bahnstrecke angeben.

Marode Bahn: Zugstreichungen in der Diskussion - Bayerns Schienennetz droht der Kollaps – Bahn plant massive Zugausfälle

Die Deutsche Bahn erwägt massive Zugausfälle in Bayern aufgrund des maroden Schienennetzes in der Region. Der Schritt folgt auf jahrelange Unterfinanzierung, wobei Beamte warnen, dass umfassende Sanierungen noch ein weiteres Jahrzehnt in Anspruch nehmen könnten. Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) hat angekündigt, größere Streichungen im Fahrplan zu blockieren, räumte jedoch ein, dass es bisher keinen konkreten Plan gibt, um das Ausmaß der Probleme zu bewältigen.

Die Krise war durch den CSU-Verkehrsexperten Jürgen Baumgärtner während einer Landtagssitzung ans Licht gekommen. Er gab Details aus einem Gespräch mit der Deutschen-Bahn-Chefin Evelyn Palla preis, in dem der Bahnkonzern seine Sorgen über den zunehmenden Verfall der bayerischen Gleise darlegte. Bisher hat das Unternehmen noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben, kündigte jedoch eine Mitteilung bis Ende dieser oder Anfang nächster Woche an.

Zwischen 2021 und 2025 wurden in Bayern 1.200 bis 1.500 Kilometer Schienenstrecke saniert oder modernisiert. Der Fokus lag dabei auf stark frequentierten Abschnitten wie München, Nürnberg und Augsburg, wo die überalterte Infrastruktur mit steigenden Fahrgastzahlen zu kämpfen hat. Dennoch deutete Philipp Nagl, Chef von DB Infrago, an, dass weitere Anpassungen bei der Trassenvergabe notwendig sein könnten, um Servicequalität und Kapazitäten in Einklang zu bringen.

Einer der umstrittensten Vorschläge – eine monatelange Vollsperrung der Strecke München–Rosenheim im Jahr 2028 – wurde von Bernreiter kategorisch abgelehnt. Die Grünen forderten daraufhin die Staatsregierung auf, die Bahnfinanzierung deutlich aufzustocken, und warnten, dass die aktuelle Situation langfristige Beeinträchtigungen für Pendler und den Güterverkehr nach sich ziehen könnte.

Die drohenden Streichungen unterstreichen den dringenden Investitionsbedarf im bayerischen Schienennetz. Da die Sanierungsarbeiten voraussichtlich noch zehn Jahre andauern werden, müssen Fahrgäste und Unternehmen mit anhaltender Unsicherheit rechnen. Die anstehende Ankündigung der Deutschen Bahn wird zeigen, wie viele Verbindungen gestrichen werden könnten – doch Lösungen für die zugrundeliegende Infrastrukturkrise sind weiterhin nicht in Sicht.

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