19 June 2026, 00:28

Bayreuther Festspiele rudern zurück: Friedman-Debatte um Wagners Antisemitismus geht weiter

Wer schreit 'Antisemitismus' am lautesten?

Bayreuther Festspiele rudern zurück: Friedman-Debatte um Wagners Antisemitismus geht weiter

Die Bayreuther Festspiele haben sich bei Michel Friedman entschuldigt, nachdem eine geplante Veranstaltung mit ihm abgesagt worden war. Zunächst hatte das Festival Sicherheitsbedenken als Grund für die Absage genannt, doch inzwischen wurde bestätigt, dass die Veranstaltung wie geplant stattfinden wird. Friedman hatte dem Festival vorgeworfen, seine Auseinandersetzung mit Richard Wagners Antisemitismus herunterzuspielen.

Erstmals berichtet hatte die Süddeutsche Zeitung über die unerwartete Absage der nicht öffentlich angekündigten Veranstaltung. Die Festivalleiterin Katharina Wagner begründete die Entscheidung mit Sicherheitsbedenken. Christian Thielemann präzisierte später, dass Gespräche mit Friedman bereits vor über einem Jahr begonnen hätten, sich jedoch wegen terminlicher Schwierigkeiten nicht konkretisiert hätten.

Friedman kritisierte das Festival öffentlich und warf ihm vor, seine historischen Verstrickungen in den Nationalsozialismus nicht ausreichend aufzuarbeiten. Zudem bemängelte er, dass die Auseinandersetzung mit Wagners Antisemitismus nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit betrieben werde. Das Festival hat jedoch in den vergangenen Jahren Schritte unternommen, um sich seiner Vergangenheit zu stellen – etwa durch die Errichtung von Gedenkstelen und die Ausrichtung von Symposien zur eigenen Geschichte.

Künstlerische Produktionen unter der Leitung von Katharina Wagner und anderen, wie etwa Stefan Herheims Inszenierung des Parsifal, haben sich direkt mit Wagners Antisemitismus auseinandergesetzt. Das Festival betont zudem den prägenden Einfluss jüdischer Dirigenten wie Daniel Barenboim und Kirill Petrenko auf seine musikalische Identität.

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Mittlerweile haben die Bayreuther Festspiele ihre Entscheidung revidiert und werden die Veranstaltung mit Friedman wie ursprünglich geplant durchführen. Die Entschuldigung und Wiederherstellung des Termins erfolgen vor dem Hintergrund öffentlicher Kritik und der anhaltenden Debatte über die historische Aufarbeitung des Festivals. Auch die Berichterstattung der Süddeutschen Zeitung über Antisemitismus in Bayreuth könnte dadurch erneut in den Fokus rücken.

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