Bechtle baut Führung um – zwischen Kurs-Tief und 10-Milliarden-Ziel bis 2030
Siegrid RöhrichtBechtle baut Führung um – zwischen Kurs-Tief und 10-Milliarden-Ziel bis 2030
Bechtle formt Führungsteam um – angesichts anhaltender Herausforderungen im Kerngeschäft
Der IT-Dienstleister Bechtle stellt sein Führungsteam neu auf, während das Unternehmen weiterhin mit Schwierigkeiten in seinem Hauptgeschäftsfeld kämpft. Der Aktienkurs erreichte kürzlich ein 52-Wochen-Tief, erholte sich jedoch leicht und liegt derzeit bei etwa 26,42 Euro. Managementwechsel und finanzielle Belastungen treiben nun eine umfassende Umstrukturierung voran.
Der Aufsichtsrat hat beschlossen, den Vorstand zu verkleinern: Bis Januar 2027 soll die Zahl der Mitglieder von vier auf drei reduziert werden. Antje Leminsky wird den Vorstand Ende 2026 verlassen, während Konstantin Ebert Anfang 2027 die Position des Vorstandsvorsitzenden von Thomas Olemotz übernimmt. Das neue Führungstrio wird sich darauf konzentrieren, interne Prozesse zu beschleunigen, um das langfristige Umsatzziel von 10 Milliarden Euro bis 2030 zu erreichen.
Die finanziellen Spannungen haben sich verschärft, bedingt durch Engpässe bei Speicherchips und steigende Kosten, die die Preise in die Höhe treiben und Kunden zögern lassen, in neue Technologien zu investieren. Die Vorsteuermarge des Unternehmens wird voraussichtlich bis 2026 auf höchstens fünf Prozent sinken. Trotz eines Gewinnrückgangs im vergangenen Jahr plant Bechtle, die Dividende stabil bei 0,70 Euro pro Aktie zu halten.
Obwohl das Unternehmen für 2025 ein Geschäftsvolumenwachstum von 8,1 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro meldete, blieb der Margendruck hoch, verbunden mit gestiegenen Investitionskosten und Lieferengpässen bei Komponenten. Eine leichte Erholung des Aktienkurses seit Ende Februar hat die Marktkapitalisierung auf einen Wert zwischen 3,25 und 3,85 Milliarden Euro steigen lassen. Bis Mitte 2026 will die Unternehmensführung eine klarere Einschätzung zur Chipversorgung und Rentabilität vorlegen.
Die Umstrukturierung bei Bechtle erfolgt vor dem Hintergrund von Lieferkettenproblemen, zurückhaltenden Investitionen der Kunden und einer gedämpften Gewinnprognose. Die Veränderungen in der Führungsebene zielen darauf ab, die Abläufe zu straffen, ohne die Ausschüttungen an die Aktionäre zu gefährden. Eine detaillierte finanzielle Bestandsaufnahme soll bis Mitte 2026 weitere Marktsorgen ausräumen.






