02 April 2026, 08:38

Berlin kämpft mit Rekordzahl an Messerangriffen – und einer hitzigen politischen Debatte

Ein schildförmiges Polizeibadge mit "Polizei Berlin" in fetter schwarzer Schrift auf einem blauen Hintergrund mit einem weißen Stern und Rahmen, das auf einer Oberfläche liegt.

Berlin kämpft mit Rekordzahl an Messerangriffen – und einer hitzigen politischen Debatte

Messattacken in Berlin nehmen stark zu – politische Debatte über Kriminalstatistiken entbrannt

In Berlin hat die Zahl der Messerangriffe deutlich zugenommen: Die Polizei registrierte 2024 insgesamt 3.412 Fälle – ein Anstieg um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Thema ist vor den anstehenden Kommunalwahlen zu einem zentralen Streitpunkt geworden, da die rechtspopulistische AfD mehr Transparenz bei den Hintergründen der Tatverdächtigen und den Kriminaldaten fordert. Gleichzeitig stieg auch die Schusswaffenkriminalität deutlich an: 2023 verzeichnete die Polizei 1.119 Waffendelikte – ein Plus von 68 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Bei den Messerangriffen im Jahr 2024 ermittelte die Polizei 1.906 Tatverdächtige, von denen 56 Prozent ausländische Staatsbürger waren. Dennoch gehört Berlin zu den wenigen Bundesländern, die die Nationalitäten von Verdächtigen in solchen Fällen nicht öffentlich bekannt geben. Die Berliner AfD hat die Diskussion nun für sich genutzt und eine Online-Plattform namens "Messer-App" gestartet, die Vorfälle, Verletzungen und Polizeieinsätze kartografisch darstellt. Die Partei behauptet, die Anwendung zeige eine Lücke zwischen gemeldeten Einsätzen und den offiziellen Kriminalstatistiken auf.

Kristin Brinker, Fraktionsvorsitzende der AfD, warf der regierenden Koalition vor, Informationen zurückzuhalten und die wachsende Verunsicherung in der Bevölkerung zu ignorieren. Die Linke kritisierte hingegen den Kurs der AfD scharf und warf der Partei vor, gezielt Ängste zu schüren und Migranten pauschal an den Pranger zu stellen.

Um der Gewaltwelle entgegenzuwirken, haben Polizei und Staatsanwaltschaft Sonderermittlungseinheiten eingerichtet und in der Stadt drei Waffenverbotszonen eingeführt. Diese Maßnahmen führten in den ausgewiesenen Gebieten zu einem Rückgang der Messerangriffe um bis zu 45 Prozent. Allerdings gibt es keine detaillierten Angaben dazu, wie viele der Fälle aus dem Jahr 2024 tatsächlich zu Anklagen oder Verurteilungen führten. Ein bekannt gewordener Fall – ein 20-Jähriger, dem gefährliche Körperverletzung im Volkspark Hasenheide vorgeworfen wird – ist Stand Anfang 2026 noch immer nicht abgeschlossen.

Die Debatte um Messerattacken in Berlin kreist mittlerweile um die Fragen nach Datentransparenz und öffentlicher Sicherheit. Zwar zeigen gezielte Einschränkungen in einigen Zonen Wirkung, doch die Forderungen der AfD nach mehr Informationen über Tatverdächtige sorgen weiterhin für politische Konflikte. Angesichts der ebenfalls steigenden Schusswaffengewalt steht die Politik unter Druck, nicht nur die akute Bedrohung einzudämmen, sondern auch die grundsätzlichen Bedenken bei der Kriminalitätsberichterstattung anzugehen.

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