19 June 2026, 10:24

BGH entscheidet über Transparenz der Schufa-Bonitätsbewertungen nach DSGVO

Schufa vor Gericht: Ein veralteter Streit - Mit Konsequenzen für die Zukunft der KI

BGH entscheidet über Transparenz der Schufa-Bonitätsbewertungen nach DSGVO

Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe steht vor einer richtungsweisenden Entscheidung in einem Datenschutzverfahren. Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, wie detailliert die Schufa ihre Datenoffenlegungen nach den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gestalten muss. Fünf Kläger werfen der Auskunftei vor, ihre aktuellen Erklärungen zur Berechnung der Bonitätswerte seien intransparent.

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Ausgelöst wurde der Rechtsstreit durch Beschwerden von Privatpersonen, die das Scoring-System der Schufa kritisieren. Sie argumentieren, das Unternehmen gebe nicht ausreichend Auskunft darüber, wie die Bonitätsbewertungen zustande kommen. Die Schufa führte im März 2023 ein neues Modell ein, das auf einer Skala von 100 bis 999 basiert und zwölf feste Kriterien berücksichtigt.

Nun muss das Gericht entscheiden, ob diese Offenlegungen den DSGVO-Anforderungen an Transparenz bei automatisierten Entscheidungsverfahren genügen. Während die Schufa betont, ihr aktuelles Vorgehen sei rechtkonform, fordern die Kläger mehr Einblick in die Berechnungsmethoden.

Ab November 2026 tritt ein neues rechtliches Rahmenwerk für Scoring-Systeme in Kraft. Die vollständige Umsetzung des überarbeiteten Modells ist bis Ende 2028 geplant und soll ältere, komplexere Verfahren ersetzen.

Das Urteil könnte weitreichende Folgen für Bonitätsbewertungen in Deutschland haben. Es könnte die Transparenzpflichten bei automatisierten Entscheidungen nach der DSGVO präzisieren und maßgeblich beeinflussen, wie datenbasierte Scoring-Systeme künftig funktionieren.

Quelle