03 January 2026, 08:44

Bischöfe warnen: Demokratie in Deutschland braucht mehr Zusammenhalt und Wachsamkeit

Ein Buchumschlag mit Armee-Panzern und Jeeps in einer Kriegszene mit Text darüber.

Bistum Trier: Wie Demokratie verteidigt werden muss - Bischöfe warnen: Demokratie in Deutschland braucht mehr Zusammenhalt und Wachsamkeit

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann hat zu einem stärkeren Engagement für den Schutz der Demokratie in Deutschland aufgerufen. In einer Stellungnahme, die sowohl ethische als auch christliche Perspektiven vereint, betonte er die Notwendigkeit von Wachsamkeit – gegenüber äußeren Bedrohungen wie auch inneren Spaltungen. Dabei bezog er sich auch auf das neue nationale Dienstprogramm der Regierung, das deutsche Werte und den Frieden bewahren soll.

Ackermann warnte vor den Gefahren einer immer schärfer werdenden politischen Rhetorik. Übertriebene Empörung, so der Bischof, untergrabe die Demokratie von innen. Er mahnte zur Vorsicht im Umgang mit Sprache, die die Gesellschaft spaltet, und argumentierte, dass solche Polarisierungen Länder wie Deutschland anfälliger für Cyberangriffe und ausländische Propaganda machen. Diese externen Kräfte, so Ackermann, nutzen innere Spannungen gezielt aus, um die Stabilität zu destabilisieren.

In der Verteidigungspolitik sprach sich der Bischof zwar für die Aufrechterhaltung militärischer Fähigkeiten aus, warnte jedoch davor, die Debatte allein auf Rüstung oder Truppenaufstockung zu reduzieren. Stattdessen plädierte er für einen ganzheitlichen Ansatz, der auch das freiwillige bürgerliche Engagement einschließt. Zwar schlug er keine konkreten Alternativen zum neuen nationalen Dienstprogramm der Regierung vor, forderte aber, diesen attraktiver und freiwilliger zu gestalten. Gleichzeitig würdigte Ackermann das Engagement all jener, die sich bereits in Vereinen, Verbänden oder kirchlichen Initiativen wie den Caritas-Projekten einbringen. Solche Basisbeiträge seien entscheidend, um Demokratie und sozialen Zusammenhalt zu stärken, so der Bischof.

Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der Deutschland das nationale Dienstprogramm der Regierung einführen will. Ackermanns Position vereint dabei die Unterstützung für eine wehrhafte Demokratie mit dem Appell zu Einheit und freiwilligem Mitwirken. Der Fokus, so betont er, müsse darauf liegen, die Demokratie zu schützen – sowohl vor äußeren Bedrohungen als auch vor innerer Zersplitterung.