29 December 2025, 05:09

Bistum Trier veröffentlicht erschütternde Missbrauchsstudie mit 734 Opfern

Ein Anschlagbrett mit einigen Notizen daran.

Bischof Ackermann: Kampf gegen Missbrauch bleibt Thema - Bistum Trier veröffentlicht erschütternde Missbrauchsstudie mit 734 Opfern

Das Bistum Trier hat die Ergebnisse einer historischen Studie zu sexuellem Missbrauch durch Kleriker im Zeitraum von 1946 bis 2021 veröffentlicht. Der Bericht benennt 734 Opfer und 246 beschuldigte Personen, wobei sich die meisten Fälle auf die Jahre zwischen 1950 und 1990 konzentrieren. Gleichzeitig melden sich weiterhin Betroffene, die Anerkennung für ihr erlittenes Leid fordern, während das Bistum auf mehr Transparenz drängt.

Das Bistum betreut rund 1,1 Millionen Katholiken in Rheinland-Pfalz und im Saarland. Nun arbeitet es daran, eine dauerhafte Erinnerungskultur zu etablieren – darunter mögliche Projekte wie eine Wanderausstellung mit Zeugnissen der Betroffenen.

Die historische Untersuchung ist Teil einer umfassenden Aufarbeitung in allen 27 deutschen Bistümern und beleuchtet Missbrauchsfälle unter den früheren Bischöfen Franz Rudolf Bornewasser und Matthias Wehr (1946–1967). Obwohl der Name des Forschers in den öffentlichen Unterlagen nicht genannt wird, fließen die Erkenntnisse in den Abschlussbericht der Unabhängigen Kommission ein, der für 2026 erwartet wird. Die Kommission selbst wird ihre systematische Arbeit voraussichtlich 2027 abschließen.

Aktualisierte Zahlen zu Missbrauchsfällen werden im "Präventions-, Interventions- und Aufarbeitungsbericht" (P.I.A.) des Bistums für 2025 enthalten sein, der Anfang 2026 erscheinen soll. Über die Dokumentation hinaus strebt das Bistum an, Betroffene und Zeugen durch aktive Erinnerungsprojekte einzubinden. Eine Idee ist eine mobile Multimedia-Ausstellung, die sich auf persönliche Berichte konzentriert. Opfer reichen weiterhin Anträge auf offizielle Anerkennung ihres Leids ein. Das Bistum betont, dass anhaltende Transparenz und die Einbindung der Betroffenen zentral für die Präventionsarbeit bleiben.

Die Studie des Bistums Trier reiht sich in eine wachsende Zahl unabhängiger Untersuchungen im gesamten Land ein. Mit aktualisierten Statistiken für 2026 und dem Abschluss der Kommission ein Jahr später rückt nun die langfristige Prävention in den Fokus. Initiativen wie von Betroffenen mitgestaltete Ausstellungen sollen dafür sorgen, dass vergangene Verbrechen weder in Vergessenheit geraten noch sich wiederholen.