Bitcoin-Crash: Warum Staaten und ETFs den Kurs jetzt unter Druck setzen
Oliver LinkeBitcoin-Crash: Warum Staaten und ETFs den Kurs jetzt unter Druck setzen
Bitcoin-Kurs stürzt ab – Regierungen und ETFs treiben Verkaufsdruck voran
In den vergangenen Wochen ist der Bitcoin-Kurs stark gefallen und notiert derzeit bei rund 62.000 US-Dollar. Der Rückgang folgt auf massive Verkäufe durch staatliche Akteure sowie anhaltende Mittelabflüsse aus physisch besicherten Bitcoin-ETFs. Allein an 13 aufeinanderfolgenden Tagen verzeichneten diese Fonds ein Minus von 4,33 Milliarden US-Dollar – eine zusätzliche Belastung für den ohnehin angespannten Markt.
Eine zentrale Rolle in der Verkaufswelle spielte Deutschland. Bereits im Januar 2024 hatten sächsische Behörden rund 50.000 BTC von den Betreibern der Piraterie-Plattform Movie2K beschlagnahmt. Zwischen dem 19. Juni und 12. Juli 2024 veräußerte der Staat dann seinen gesamten Bestand von 49.858 Bitcoin – zum Durchschnittspreis von 57.900 US-Dollar pro Coin. Der Erlös belief sich auf etwa 2,89 Milliarden US-Dollar.
Doch Deutschland war nicht das einzige Land, das seine Reserven abbaute. Weltweit sanken die staatlichen Bitcoin-Bestände 2024 um 12 Prozent, wobei auch die USA und die Ukraine Teile ihrer Bestände verkauften. Andere Länder wie China und Großbritannien hingegen hielten ihre Bitcoin-Vorräte unverändert.
Einige Staaten setzten auf eine gegenteilige Strategie: El Salvador und Bhutan stockten ihre Bitcoin-Reserven sogar auf, statt sie zu reduzieren. Zunächst schien der Zeitpunkt der deutschen Verkäufe ungünstig – besonders, als der Bitcoin-Kurs 2025 neue Höchststände erreichte. Mittlerweile hat sich die Differenz zwischen aktuellem Kurs und dem deutschen Verkaufspreis jedoch auf nur noch 7 Prozent verringert. Ein weiterer Rückgang um 6 Prozent würde den Bitcoin unter den Wert drücken, den Deutschland damals pro Coin erlöst hatte.
Der Markt bleibt unter Druck: Durch staatliche Verkäufe und ETF-Abflüsse liegt der Bitcoin-Kurs nur knapp über dem Durchschnittspreis, zu dem Deutschland seine Bestände veräußert hat. Sollte die Talfahrt anhalten, könnte die Kryptowährung bald unter den Wert fallen, den einige Staaten in den letzten Monaten erzielt haben.






