Bundestag kämpft mit maroden Rohren und üblen Gerüchen – Sanierung bis 2044 nötig
Dörthe ScheuermannNouripour beschwert sich über Geruch im Bundestag - Bundestag kämpft mit maroden Rohren und üblen Gerüchen – Sanierung bis 2044 nötig
Der Deutsche Bundestag in Berlin steht vor großen Sanierungsherausforderungen: Zwei Drittel seiner bundestag müssen in den nächsten zwei Jahrzehnten instand gesetzt werden. Zu den drängendsten Problemen zählen üble Gerüche und strukturelle Mängel, verursacht durch falsch verlegte Abflussrohre. Kritiker werfen den Planern vor, bei der Gestaltung das Aussehen über die langfristige Haltbarkeit gestellt zu haben.
Die Schwierigkeiten gehen auf die waagerechte Verlegung von SML-Rohren in zentralen Gebäuden wie dem Reichstagsgebäude und dem Jakob-Kaiser-Haus zurück. Diese Bauweise beschleunigt die Korrosion, führt zu Abwasserstau und der Bildung von Schwefelsäure. Die Säure greift die Rohre weiter an und setzt einen hartnäckigen Gestank frei.
Bundestagsvizpräsident Omid Nouripour nannte die Rohrverlegung „nicht besonders klug“ und betonte, dass jeder Fachmann den Fehler hätte erkennen müssen. Er kritisierte, dass bei dem Umzug nach Berlin im Jahr 1999 der Fokus auf Ästhetik lag – auf Kosten der praktischen Langlebigkeit. Zwar wurden andere Probleme, etwa undichte Dächer in Parlamentsgebäuden, vorläufig behoben, doch halten diese Reparaturen voraussichtlich nicht lange. Verantwortlich für den ursprünglichen Bau waren der Bundestag selbst, das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung sowie das Architekturbüro von Sir Norman Foster. Eine offizielle Liste der Verantwortlichen für die Mängel wurde jedoch bisher nicht veröffentlicht.
Nun steht dem Bundestag ein langwieriger und kostspieliger Sanierungsmarathon bevor – die meisten Gebäude müssen bis 2044 überarbeitet werden. Die Fehler im Abwassersystem und die wiederkehrenden Lecks zeigen die Folgen, wenn Optik über Funktionalität gestellt wird. Die Verantwortlichen müssen die Probleme nun angehen – und gleichzeitig sicherstellen, dass künftige Reparaturen länger halten als die bisherigen Versuche.