22 December 2025, 07:02

Caterer in SH serviert jetzt auch Nutria-Fleisch

Ein Stück Fleisch liegt auf einem Tisch.

Caterer in SH serviert jetzt auch Nutria-Fleisch - Caterer in SH serviert jetzt auch Nutria-Fleisch

Nutria-Fleisch steht jetzt auch bei einer Catererin in Schleswig-Holstein auf der Speisekarte

Catererin in SH serviert nun auch Nutria-Fleisch

22. Dezember 2025

Die Nutria-Population in Deutschland wächst rasant und verursacht Probleme für den Hochwasserschutz sowie die heimische Tierwelt. In Schleswig-Holstein werden die invasiven Nagetiere mittlerweile ganzjährig bejagt, während andere in ihnen eine neue Nahrungsquelle sehen. Eine Catererin in Ostholstein serviert das Fleisch der Nutrias sogar bereits in Gerichten wie Ragout oder Burgern.

Ursprünglich aus Südamerika stammend, haben sich Nutrias in den vergangenen Jahren in ganz Deutschland ausgebreitet. Allein in Schleswig-Holstein wurden 2020 in rund 24 Prozent der Jagdreviere Sichtungen gemeldet. Die Tiere graben Höhlen, die Deiche destabilisieren und so das Hochwasserrisiko erhöhen. Zudem bedrohen sie heimische Arten, indem sie Ökosysteme an Flussufern schädigen.

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Seit dem 26. Januar 2024 ist in Schleswig-Holstein die ganzjährige Jagd auf Nutrias erlaubt, um ihren Bestand zu kontrollieren. Jäger im südlichen Ostholstein erlegen mittlerweile fast 1.000 der Tiere pro Jahr – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu vor einigen Jahren, als Sichtungen noch selten waren. Die meisten Bundesländer haben Nutrias bereits in ihre Landesjagdgesetze aufgenommen, doch der Deutsche Jagdverband fordert eine Aufnahme in das Bundesjagdgesetz, um die Regulierung bundesweit strenger zu gestalten.

Gleichzeitig sehen manche in der wachsenden Population eine Chance. Anne Muus-Seyfferth, Inhaberin des Hühnerkram vom Birkenplatz in Horsdorf, bietet seit etwa einem Jahr Nutria-Fleisch an. Lokale Jäger liefern ihr die Tiere, und sie verarbeitet sie zu Gerichten wie Nutria-Ragout, -Braten oder -Burgern. Das Fleisch wird als dunkel, mager und zart beschrieben, mit einem milden, leicht süßlichen Aroma – ähnlich wie das von Perlhuhn oder Fasan. Muus-Seyfferth glaubt, dass es sich zu einem gefragten Produkt entwickeln könnte, nicht zuletzt wegen seiner gesundheitlichen Vorteile und der steigenden Nachfrage.

Der Anstieg der Nutria-Bestände führt zu verstärkter Bejagung und neuen kulinarischen Verwendungen. Jäger in Schleswig-Holstein entnehmen mittlerweile fast 1.000 Tiere pro Jahr und tragen so zum Schutz von Hochwasserschutzanlagen und heimischer Tierwelt bei. Gleichzeitig machen Caterer wie Muus-Seyfferth aus der invasiven Art eine vermarktbare Delikatesse – und bieten damit eine praktische Lösung für ein ökologisches Problem.