Charli XCX zwischen Kunst und Kommerz: Zwei Filme enthüllen ihre Zerrissenheit
Dörthe ScheuermannCharli XCX zwischen Kunst und Kommerz: Zwei Filme enthüllen ihre Zerrissenheit
Popstar Charli XCX steht im Mittelpunkt zweier neuer Filme über ihre Karriere und ihr Image. Einer, eine von Amazon Prime unterstützte Konzertdokumentation, kollidiert mit ihrer künstlerischen Vision. Der andere, ein Mockumentary mit dem Titel The Moment, hinterfragt ihre Authentizität und die Last des Ruhms.
Charli XCX stieg als Teenager unerwartet zum Star auf – ein Prozess, den sie selbst als etwas beschreibt, das "einfach so passiert" ist. Jetzt rücken zwei völlig unterschiedliche Projekte ihre Laufbahn in den Fokus.
In The Moment spielt sie eine Version ihrer selbst, die mit Markenkooperationen kämpft – darunter eine fiktive Partnerschaft mit H&M und einer Bank für "finanzielle Liquidität". Der Film offenbart auch Spannungen zwischen ihrer Kreativdirektorin und dem Regisseur, der ein kommerzielleres Image durchsetzen will. Schließlich entlässt sie ihre Kreativdirektorin und gibt der marktgetriebenen Vision nach.
Unterdessen finanzierte Amazon Prime eine Konzertdokumentation, die ihre "brat"-Ära verlängern sollte. Doch das Label setzte sich über ihre künstlerischen Entscheidungen hinweg und engagierte den Regisseur Johannes Godwin, um ein "vermarktbares und harmloses" Produkt zu schaffen. Statt ihrer bevorzugten minimalistischen Show mit Stroboskoplicht und einem Soloauftritt zeigt der fertige Film Background-Tänzer, grünen Glitzer und Drahtseilakte – weit entfernt vom eigentlichen "Brat Tour"-Stil. Auch ein geplantes Remix-Album, das die Ära hätte verlängern sollen, erfüllte nicht die Erwartungen.
Hinter den Kulissen versucht ihre Managerin Tammy verzweifelt, die "brat"-Persona am Leben zu halten. Doch in The Moment wirkt Charli XCX selbst reflektierter und verletzlicher als im echten Leben. Abseits dieser Filme arbeitet sie derzeit an der Filmmusik für eine sinnliche Neuverfilmung von "Sturmhöhe".
Die beiden Filme zeigen zwei widersprüchliche Seiten von Charli XCX – die eine geprägt von kommerziellen Zwängen, die andere von Selbstzweifeln. Ihre nächsten Schritte werden zeigen, ob sie die kreative Kontrolle zurückerlangt oder sich weiter durch die Branchenmechanismen laviert. Fest steht: Ihr Schaffen reicht mittlerweile über die Musik hinaus – mit weiteren Filmprojekten am Horizont."






