31 January 2026, 09:13

Cottbus feiert größten CSD-Umzug aller Zeiten – trotz Hass und Vandalismus

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf der Straße während der Pride Parade 2018, trägt eine Regenbogenflagge, Musikinstrumente und trägt Mützen, mit Laternenpfählen, Bäumen, Hütten und einem bewölkten Himmel im Hintergrund.

Cottbus feiert größten CSD-Umzug aller Zeiten – trotz Hass und Vandalismus

Cottbus veranstaltet größten Christopher-Street-Day-Umzug aller Zeiten

Am Samstag fand in Cottbus der bisher größte Christopher-Street-Day (CSD)-Umzug statt, an dem rund 1.000 Menschen teilnahmen. Die Veranstaltung bildete den Abschluss der Pride-Saison in Ostdeutschland. In Solidarität mit queeren Communities im Ausland wurden Reden auf Ukrainisch, Russisch, Arabisch und Polnisch gehalten.

Trotz der feierlichen Stimmung sahen sich die Organisator:innen mit Herausforderungen konfrontiert, darunter Vandalismus und eine kleine rechtsextreme Gegenkundgebung.

Der Umzug wurde von Miss Cherry Moonshine, einer Dragqueen, und einem Storch in roten Hosen angeführt. Hinter ihnen zog sich eine 20 Meter lange Regenbogenflagge durch die Straßen. Rund 200 Unterstützer:innen aus Berlin, organisiert von QueerBrandenburg, waren extra angereist, um an der Veranstaltung teilzunehmen.

Organisator Christian Müller räumte ein, dass es schwierig gewesen sei, freiwillige Helfer:innen zu gewinnen – viele fürchteten Repressalien. Nur wenige Tage zuvor waren Regenbogenflaggen im Büro der CSD-Organisator:innen beschädigt worden, und das queere Zentrum Regenbogenkombinat war Ziel eines mutmaßlichen Brandanschlags geworden. Allein in diesem Jahr wurden in Brandenburg sechs queerfeindliche Angriffe registriert, was einige queere Bewohner:innen dazu bringt, über einen Wegzug aus Cottbus nachzudenken.

Zwar waren zwei rechtsextreme Gegenkundgebungen angemeldet worden, doch erschienen nur etwa 90 Personen, die sich schließlich zu einer einzigen Demonstration zusammenschlossen. Die Teilnehmenden des CSD forderten mehr gesellschaftliche Akzeptanz und verlangten, das Budget für den Queer-Aktionsplan Brandenburgs auf 500.000 Euro zu erhöhen.

Der CSD Cottbus 2025 verzeichnete trotz anhaltender Bedrohungen und Vandalismus einen Besucherrekord. Organisator:innen und Unterstützer:innen betonten die Notwendigkeit besserer Schutzmaßnahmen und finanzieller Förderung. Die Veranstaltung zeigte sowohl Solidarität als auch die anhaltenden Herausforderungen, mit denen queere Communities in der Region konfrontiert sind.