04 January 2026, 17:15

CSU plant radikale Steuerreform: Unternehmenssteuer sinkt auf 10 Prozent ab 2026

Ein Blatt Papier mit einer Schrift darauf.

CSU-Forderungen: Senken der Erbschaftsteuer - Abschaffung der Krankschreibung per Anruf - CSU plant radikale Steuerreform: Unternehmenssteuer sinkt auf 10 Prozent ab 2026

Die CSU hat ein ehrgeiziges Paket aus Steuer- und Arbeitsmarktreformen vorgestellt, das die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit stärken soll. Während einer Klausurtagung im Kloster Seeon in Bayern schlugen die Spitzenpolitiker der Partei weitreichende Änderungen bei Erbschafts-, Einkommens- und Unternehmenssteuern vor. Die Pläne umfassen zudem Anpassungen der Arbeitszeitenregelungen und der Krankschreibepraxis.

Kernstück der Vorschläge ist eine Senkung der Unternehmenssteuer auf 10 Prozent ab Januar 2026. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert, die Änderung rückwirkend anzuwenden. Zudem will die CSU die Freibeträge bei der Erbschaftsteuer erhöhen, um Unternehmen steuerfrei vererben oder verschenken zu können. Darüber hinaus strebt die Partei eine Regionalisierung der Erbschaftsteuer an, um den Bundesländern mehr Gestaltungsspielraum zu geben.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entlastung bei der Einkommensteuer. Die CSU plant, den Grundfreibetrag anzuheben, um Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen zu entlasten. In der Arbeitsmarktpolitik schlägt die Partei vor, die tägliche Höchstarbeitszeit zugunsten einer wöchentlichen Obergrenze abzuschaffen – dies solle die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben verbessern. Zudem fordert sie ein Ende der telefonischen Krankschreibungen und verweist auf die gestiegene Fehlzeitenquote.

Söder veranschlagt die Gesamtkosten der Steuerreform auf unter 10 Milliarden Euro. Zur Finanzierung regt er an, das umstrittene Heizungsgesetz der Bundesregierung fallen zu lassen, das wegen seiner finanziellen Belastungen in der Kritik steht.

Der von der CSU ausgearbeitete Beschlussentwurf mit dem Titel "Für eine wettbewerbsfähige Wirtschaft" soll während der Klausur offiziell verabschiedet werden. Sollten die Maßnahmen umgesetzt werden, würden sie eine deutliche Wende in der Steuer- und Arbeitsmarktpolitik markieren. Nun steht die Partei vor der Herausforderung, für ihre Pläne breitere politische Unterstützung zu gewinnen.