05 February 2026, 01:36

Deutsche in Ungarn zu acht Jahren Haft verurteilt – Opposition fordert Rückführung

Eine detaillierte Karte von Ungarn und Rumänien aus dem Jahr 1941, die das geplante Süddeutsche Puffergebiet hervorhebt, mit Städten, Flüssen und anderen geografischen Merkmalen.

Deutsche in Ungarn zu acht Jahren Haft verurteilt – Opposition fordert Rückführung

Ein Budapester Gericht hat die deutsche Staatsbürgerin Maja T. zu acht Jahren Haft wegen versuchten schweren Körperverletzungsdelikts und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verurteilt. Das am 4. Februar 2026 verkündete Urteil hat scharfe Kritik von Oppositionspolitikern in Deutschland ausgelöst, die nun auf ihre Verlegung in eine deutsche Haftanstalt drängen.

Das Verfahren endete mit einem milderen Urteil, als die Staatsanwaltschaft gefordert hatte. Ursprünglich hatten die Ankläger 24 Jahre beantragt, später im Rahmen eines Deal-Angebots auf 14 Jahre reduziert. Verteidiger Sven Richwin bezeichnete die achtjährige Strafe zwar als Rückschlag für die Anklage, deutete jedoch auf grundlegendere Bedenken hin. Er verwies auf die anhaltende öffentliche Kritik an Ungarns Justizsystem und den Haftbedingungen.

Oppositionsvertreter verurteilten den Prozess scharf. Helge Limburg von den Grünen sprach von einem unfairem Verfahren und einem Bruch mit Rechtsstaatsprinzipien. Carmen Wegge (SPD) argumentierte, der Fall untergrabe zentrale rechtliche Grundsätze. Luke Hoß von der Linken bezeichnete das Urteil als unverhältnismäßig hart und forderte die sofortige Überstellung Maja T.s nach Deutschland.

Die SPD prüft nun rechtliche Wege, um ihre Rückkehr zu erwirken. Sollte das Urteil Bestand haben, will Richwin einen Überstellungsantrag stellen – in der Hoffnung auf eine mögliche Strafmilderung. Limburg forderte die Bundesregierung auf, die übergeordneten Schäden für die Justizglaubwürdigkeit anzugehen und ihre Rückführung zu sichern. Bisher gab es aus Berlin jedoch weder offizielle Stellungnahmen noch konkrete Schritte.

Bereits früher hatte der ehemalige Außenminister Johann Wadephul (CDU) zugesagt, die Haftbedingungen für Deutsche im Ausland zu verbessern. Diese Bemühungen sollen laut Berichten jedoch ohne Ergebnis geblieben sein.

Maja T. bleibt vorerst in ungarischer Haft, sofern rechtliche Schritte nicht erfolgreich sind. Die deutsche Opposition übt weiterhin Druck auf die Regierung aus, einzugreifen. Der Fall hat zudem die Debatte über die justizielle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Ungarn neu entfacht.