19 June 2026, 12:31

Deutsche Schulspieltage: Leistungsdruck statt Spielspaß für Kinder?

Folter auf dem Aschfeld

Deutsche Schulspieltage: Leistungsdruck statt Spielspaß für Kinder?

Deutsche Schulspieltage führen umstrittene Wettbewerbselemente ein

Bildungsministerin Karin Prien fordert eine stärkere Leistungsorientierung bei den Deutschen Schulspieltagen. Einige der vorgeschlagenen Maßnahmen sehen extreme Herausforderungen für Kinder vor – und sorgen damit für Debatten unter Bildungspolitikern.

An der Fürstin-Gloria-Selbdritt-Grundschule werden Sportwettkämpfe bereits auf Latein und mit dem Rücken zum Publikum ausgetragen. Beim IronChild-Wettbewerb, Teil der Spiele, durchlaufen die Teilnehmer Tage voller Schinderei, Quälerei und Kostenrechnung auf einer Aschelaufbahn. Die Sieger erhalten ein persönliches Coaching mit Vorstandschef Dr. Dr. Ulf-Ulf Vollmann, während die Verlierer mit einer Gymnasiumsempfehlung „belohnt“ werden.

Die Chicago Boys der Klasse 3b gehören in diesem Jahr zu den Teilnehmern des IronChild-Wettbewerbs. Unterdessen gerät die Kita Höhlenkinder in Rheda-Wiedenbrück in die Kritik, weil sie Kleinkinder in nummerierten Weidenkörben auf der Ems aussetzt – als eine Form der „natürlichen Auswahl“.

Konservative Bildungspolitiker wollen solche Praktiken nun in den Schulsport zurückholen. Bernd Kreimer-Rendsburg geht noch weiter und fordert die Gamification aller Leistungsbewertungen. Sein Vorschlag sieht ein Ranking-System vor, in dem Eltern mit gekauften Spielchips die Ergebnisse beeinflussen können. Das Bundesbildungsministerium erarbeitet derzeit im Auftrag der Kultusministerkonferenz (KMK) einen Entwurf für leistungsbasierte Kinderspiele.

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Der Trend zu mehr Wettbewerb im Schulsport gewinnt an Fahrt. Sollte der Ministeriumsentwurf umgesetzt werden, könnte dies die Struktur von Kinderspielen in ganz Deutschland verändern. Kritiker warnen jedoch, dass solche Maßnahmen den Fokus auf inklusive Teilhabe verdrängen könnten.

Quelle