07 June 2026, 14:29

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohngleichheit – Frauen warten weiter auf Gerechtigkeit

Deutschland verstößt gegen EU-Regeln zur Lohngleichheit

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohngleichheit – Frauen warten weiter auf Gerechtigkeit

Deutschland hat die EU-Frist für die Einführung neuer Gesetze zur Lohntransparenz verpasst. Das Land hätte die EU-Richtlinie zur Lohngleichheit bis Montag, den 1. Juni 2026, umsetzen müssen. Durch die Verzögerung müssen Arbeitnehmer weiter auf Maßnahmen warten, die die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen bekämpfen sollen.

Die EU-Richtlinie zielt darauf ab, die geschlechtsspezifische Lohnlücke zu verringern, die in den Mitgliedstaaten derzeit bei 11,1 Prozent liegt. In Deutschland ist die Kluft noch größer: Frauen verdienen hier 15,6 Prozent weniger pro Stunde als Männer, wie aus den Eurostat-Zahlen für 2024 hervorgeht.

Nach den neuen Regeln müssen Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten regelmäßig Daten zu ihren geschlechtsspezifischen Lohnunterschieden veröffentlichen. Arbeitnehmer erhalten zudem das Recht, durchschnittliche Gehaltsangaben für vergleichbare Positionen – aufgeschlüsselt nach Geschlecht – anzufordern. Arbeitgeber wiederum müssen in Stellenausschreibungen Gehaltsrahmen für den Einstieg angeben und dürfen Bewerber nicht mehr nach ihrem bisherigen Gehalt fragen.

Durch die Nichtumsetzung der Richtlinie bis zum 1. Juni verstößt Deutschland gegen EU-Recht. Die Europäische Kommission könnte nun rechtliche Schritte einleiten, darunter ein mögliches Vertragsverletzungsverfahren. Mit der nationalen Umsetzung wird erst Anfang 2027 gerechnet; die ersten Berichtspflichten und Offenlegungsrechte sollen dann im Juni 2028 in Kraft treten.

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Die Verzögerung bedeutet, dass deutsche Arbeitnehmer länger auf Instrumente warten müssen, um Lohndiskriminierung anzufechten. Auch Unternehmen müssen später mit der verpflichtenden Berichterstattung über Lohnunterschiede beginnen. Bis dahin bleibt Deutschland hinter den EU-Bemühungen zurück, die Lohngerechtigkeit zu verbessern.

Quelle