DGB fordert gesetzliche betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer
Dörthe ScheuermannDGB fordert gesetzliche betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) fordert eine gesetzliche betriebliche Altersvorsorge für alle Beschäftigten. Nach dem Vorschlag sollen Arbeitgeber einen Teil der Kosten tragen und dürfen die volle Last nicht auf die Arbeitnehmer abwälzen. DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi betonte, dies müsse eine gemeinsame Verantwortung sein, bei der die Arbeitgeber ihren angemessenen Beitrag leisteten.
Aktuell verfügen rund 20 Millionen Beschäftigte in Deutschland über keine betriebliche Altersvorsorge. Die meisten arbeiten in Unternehmen ohne Tarifbindung. Der DGB will dies ändern, indem er branchenweite Tarifverträge für kollektive betriebliche Renten aushandelt.
Für nicht tarifgebundene Betriebe könnten Beschäftigte unter vereinfachten Bedingungen in bestehende Systeme einsteigen. Fahimi räumte ein, dass der Plan auf Widerstand stoßen könnte – etwa wegen der wirtschaftlichen Lage. Gleichzeitig argumentierte sie, die vorgeschlagenen Beitragssätze seien im Vergleich zu anderen europäischen Ländern moderat.
In den meisten EU-Staaten liegen die Pflichtbeiträge zur Altersvorsorge bereits bei über 20 Prozent, wobei Arbeitgeber oft mehr zahlen als Arbeitnehmer. Der DGB wird bis Ende des Monats konkrete Vorschläge vorlegen.
Mit der Forderung nach einer verpflichtenden betrieblichen Altersvorsorge will der DGB die Versorgungslücke für Millionen Beschäftigte ohne Absicherung schließen. Sollte das Modell umgesetzt werden, wäre eine Mitfinanzierung durch die Arbeitgeber vorgesehen – zudem gäbe es niedrigschwellige Zugänge für nicht tarifgebundene Mitarbeiter. Die finalen Details des Konzepts sollen in Kürze veröffentlicht werden.






