Dieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für seinen Kampf gegen Antisemitismus und Doppelmoral
Oliver LinkeDieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für seinen Kampf gegen Antisemitismus und Doppelmoral
Dieter Nuhr hat den Leo-Baeck-Preis vom Zentralrat der Juden in Deutschland erhalten. Die Auszeichnung würdigt sein Engagement bei der Aufdeckung von Doppelmoral und antisemitischen Klischees in Medien und Kultur. Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats, überreichte die Ehrung im Rahmen einer kürzlichen Feierstunde.
Der Leo-Baeck-Preis zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen Deutschlands und wird seit 1957 verliehen. Benannt nach dem Rabbiner Leo Baeck, ist er mit einem Preisgeld von 15.000 Euro dotiert. Zu den früheren Preisträgern gehören die ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Christian Wulff sowie die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel.
In seiner Dankesrede betonte Nuhr, dass Antisemitismus nicht nur im rechtsextremen Milieu verbreitet sei, sondern auch in linksextremen Kreisen und unter kulturellen Eliten zu finden sei. Der Satiriker kritisierte, dass sich viele, die sich als Antifaschisten bezeichneten, selbst antisemitischer Haltungen bedienten.
Josef Schuster lobte Nuhr für dessen konsequentes Eintreten gegen einseitige Medienberichterstattung über Israel und das Judentum. Schuster warf deutschen Medien vor, antisemitische Erzählmuster zu verbreiten und mit zweierlei Maß zu messen. Der israelische muslimische Autor Ahmed Mansour würdigte Nuhr dafür, Positionen zu vertreten, die viele teilen, aber aus Angst nicht offen äußern würden.
Die Auszeichnung unterstreicht Nuhrs Rolle in der öffentlichen Auseinandersetzung mit Antisemitismus. Seine Kritik an Medienvoreingenommenheit und kultureller Heuchelei findet Unterstützung bei prominenten Persönlichkeiten. Der Preis bestätigt erneut die Notwendigkeit, vorurteilsbehaftete Erzählungen in der Gesellschaft entschlossen entgegenzutreten.






