Dortmunder Underground, Ruhrtriennale und Fotokunst: Kultur im Pott blüht auf
Dörthe ScheuermannDortmunder Underground, Ruhrtriennale und Fotokunst: Kultur im Pott blüht auf
Eine neue Ausstellung und ein Buch mit dem Titel DortmUnderground 1978–1998 entführen Besucher in zwei turbulente Jahrzehnte der Dortmunder Musikszene. Das Projekt feiert die rohe Energie von Punk und Heavy Metal und gewährt Einblicke in die Underground-Kultur der Stadt. Gleichzeitig sorgen Künstler und lokale Persönlichkeiten im gesamten Ruhrgebiet mit Theaterprojekten, Fotografie und Gemeinschaftsinitiativen für Aufsehen.
In Gelsenkirchen kehrt die Sängerin und Schauspielerin Larissa Sirah Herlen, bekannt als Lary, zu ihren Wurzeln zurück und übernimmt eine Hauptrolle in der Eröffnungsproduktion der Ruhrtriennale. Daneben wird die beeindruckende Arbeit eines bulgarischen Fotografen über Vater-Sohn-Beziehungen bald in einer Zeitschrift erscheinen, während ein langjähriges Hobby-Fußballteam weiterhin Spieler aller Herkunft zusammenbringt.
Die Ausstellung DortmUnderground 1978–1998 und das begleitende Buch erkunden den rebellischen Geist der Dortmunder Punk- und Metal-Szene. Die Kuratoren haben seltenes Filmmaterial, Plakate und persönliche Erzählungen zusammengetragen, um die Intensität dieser Ära wiederzubeleben. Das Projekt zeigt, wie diese Subkulturen die Identität der Stadt in einer Zeit des sozialen und politischen Umbruchs prägten.
In Gelsenkirchen steht Larissa Sirah Herlen, die unter dem Künstlernamen Lary auftritt, im Mittelpunkt der Eröffnungsinszenierung der Ruhrtriennale. Das Festival, bekannt für seinen kühnen künstlerischen Ansatz, lenkt mit ihrer Rückkehr in die Region die Aufmerksamkeit auf sich – nach Jahren der Arbeit in Berlin und darüber hinaus.
Der bulgarische Fotograf Valery Poshtarov dokumentiert seit Jahren Väter und erwachsene Söhne, die sich in Europa an den Händen halten. Seine Serie fathers-and-sons, 2020 gestartet, hinterfragt Klischees von Männlichkeit, indem sie Momente der Verletzlichkeit und Verbundenheit einfängt. Die Bilder haben Debatten über Generationenkonflikte, emotionale Offenheit und kulturelle Unterschiede angestoßen. Seine Arbeiten werden in der Ausgabe vom 1. Oktober des Magazins bodo veröffentlicht und erreichen damit ein noch breiteres Publikum.
Seit 2020 wurden Poshtarovs Fotografien in Städten wie Berlin und London ausgestellt und prägen die öffentliche Diskussion über männliche Identität. Die Serie wird voraussichtlich bis mindestens 2026 ein zentrales Thema in den europäischen Medien bleiben.
In Castrop-Rauxel trifft sich seit über zwei Jahrzehnten ein Hobby-Fußballteam, das lässiges Kicken mit überraschendem Können verbindet. Zu den Mitgliedern zählt Micky Beisenherz, bekannt als Podcast-Host und TV-Moderator, der gemeinsam mit anderen Spielern den Teamgeist lebendig hält.
Thomas Koch organisiert seit sechs Jahren eine Veranstaltungsreihe, in der Teilnehmer ohne Moderation direkt ins Gespräch kommen. Die Initiative schafft Räume für offenen Austausch und bringt Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen.
Am Jungen Schauspielhaus Bochum hat Thorsten Bihegue die Leitung übernommen – als Nachfolger von Cathrin Rose. Seine erste Spielzeit als Chefregisseur wird die künstlerische Ausrichtung des Theaters prägen.
Nach fast vier Jahren Obdachlosigkeit hat Birgit endlich eine eigene Wohnung gefunden. Ihr Umzug markiert das Ende einer langen Zeit in Notunterkünften und auf der Straße.
Das Projekt DortmUnderground 1978–1998 wirft einen lebendigen Blick auf Dortmunds musikalische Vergangenheit, während Larissa Sirah Herlens Auftritt in Gelsenkirchen die kulturelle Strahlkraft der Ruhrtriennale unterstreicht. Valery Poshtarovs Fotografie verändert weiterhin die Wahrnehmung von Männlichkeit – seine anstehende Veröffentlichung in bodo wird ein noch größeres Publikum erreichen. Gleichzeitig halten lokale Initiativen – vom langjährigen Fußballteam bis zu Thomas Kochs Dialogveranstaltungen – die Gemeinschaften zusammen. Birgits Weg in ein stabiles Zuhause und Thorsten Bihegues neue Rolle in Bochum stehen für Neuanfänge, sowohl für Einzelne als auch für Institutionen.






