03 February 2026, 05:07

Dortmunds neuer CDU-Oberbürgermeister setzt auf Sicherheit und Bildung – ohne die AfD

Eine Schwarz-Weiß-Detailkarte der Stadt Sigra, Deutschland, mit zahlreichen Gebäuden und Textanmerkungen.

Dortmunder OB Kalouti: Bildung hat zentrale Bedeutung - Dortmunds neuer CDU-Oberbürgermeister setzt auf Sicherheit und Bildung – ohne die AfD

Alexander Kalouti hat fast 100 Tage als Dortmunder Oberbürgermeister regiert – der erste der Christlich-Demokratischen Union (CDU) in der Stadt seit fast 80 Jahren. Der neue Stadtobere, in Beirut geboren und in Süddeutschland aufgewachsen, hat klare Schwerpunkte gesetzt: Sicherheit, Bildung und wirtschaftliche Entwicklung. Sein Ansatz kommt zu einer Zeit, in der der Stadtrat nach den Wahlen im September 2025 tief zersplittert bleibt.

Kalouti übernahm das Amt nach Kommunalwahlen, die die politische Landschaft Dortmunds neu geordnet haben. Die CDU sicherte sich 23 Sitze, während die Sozialdemokraten (SPD) mit 26 Mandaten die stärkste Fraktion blieben. Die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) legte auf 18 Sitze zu und liegt damit gleichauf mit dem Bündnis aus Grünen und VOLT. Trotz der Schwierigkeiten, stabile Mehrheiten zu bilden, hat Kalouti jede Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen und betont, an demokratischen Grundsätzen festzuhalten.

Sicherheit ist unter seiner Führung zu einem zentralen Thema geworden. Ein einwöchiges Pilotprojekt erhöhte die Präsenz von Ordnungskräften und Polizei – eine Maßnahme, die bei Anwohnern und lokalen Unternehmen auf Zustimmung stieß. Kalouti fordert zudem eine stärkere Wirtschaftspolitik und wirbt für ein unternehmerfreundliches Klima, um Dortmunds finanzielle Stabilität zu stärken.

Bildung bleibt ein weiteres drängendes Anliegen. Angesichts knapper Haushalte setzt er sich für mehr Investitionen in frühkindliche Förderung und Schulen ein, insbesondere in die Sprachentwicklung. In einer von Migration geprägten Stadt argumentiert er, dass frühe Sprachkompetenz entscheidend für Integration und Chancengleichheit sei. Seine Haltung spiegelt ein grundlegendes Bekenntnis zu gleichem Zugang für alle wider – unabhängig von Herkunft. Diesen Wert beschreibt er als Teil seiner politischen Identität.

Über lokale Themen hinaus hat sich Kalouti auch zu bundespolitischen Fragen geäußert. Zwar lobt er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für dessen direkte Herangehensweise an Probleme, kritisiert aber das Fehlen einer ehrlichen Debatte über die Herausforderungen deutscher Städte. Sein eigener Werdegang – vom Theater über die Pressestelle des Dortmunder Theaters bis hin zur Politik – verleiht seiner Amtsführung eine besondere Perspektive.

Die ersten Monate von Kaloutis Amtszeit standen im Zeichen von Sicherheitsreformen, Bildungsförderung und wirtschaftlichem Aufschwung. Seine Weigerung, mit der AfD zu kooperieren, unterstreicht sein Festhalten an traditionellen demokratischen Bündnissen – auch wenn die zersplitterte Ratsmehrheit Entscheidungsprozesse erschwert. Die kommenden Monate werden zeigen, ob seine Initiativen nachhaltige Veränderungen in einer Stadt bewirken können, die zwischen Vielfalt, finanziellen Zwängen und politischer Polarisierung balanciert.