Drei Millionen Euro pro Medaille: Was Deutschlands Olympiasieg wirklich kostet
Hubertus CasparDrei Millionen Euro pro Medaille: Was Deutschlands Olympiasieg wirklich kostet
Deutschlands Medaillenerfolge bei den Winterspielen 2022 hatten für die Steuerzahler einen hohen Preis
Jede von deutschen Athletinnen und Athleten gewonnene Medaille kostete im Schnitt drei Millionen Euro. Die Gesamtförderung für die Wintersportverbände zwischen 2022 und 2025 belief sich auf 78 Millionen Euro.
Die Kosten pro Medaille sind in den vergangenen fünf Winterspielen stetig gestiegen. Bei den Spielen 2022 in Mailand und Cortina d'Ampezzo erreichte der Preis pro Medaille die Rekordmarke von drei Millionen Euro. Dabei erwiesen sich einige Sportarten als deutlich teurer als andere.
Die Deutsche Eislauf-Union gab mit 5,8 Millionen Euro am meisten für eine einzige Medaille aus – eine Bronzemedaille im Paarlauf von Minerva Hase und Nikita Volodin. Es folgte der Deutsche Skiverband, dessen Medaillen im Schnitt 3,1 Millionen Euro kosteten. Deutlich günstiger kam dagegen der Bob- und Schlittenverband davon: Hier lag der Preis pro Medaille unter 1,5 Millionen Euro.
Doch nicht alle Fördergelder mündeten in Podestplätze. Vier Verbände erhielten gemeinsam 26 Millionen Euro, ohne eine einzige Medaille zu gewinnen. Allein der Snowboard-Verband bekam 12 Millionen Euro – ohne auch nur eine Medaille zu erringen.
Neben der direkten Athletenförderung flossen die Mittel auch in Olympiastützpunkte, Leistungszentren und Forschungsinstitute für Sportausrüstung. Ob die Förderung für den Wintersport im Bundeshaushalt 2027 gekürzt oder aufgestockt wird, steht noch zur Debatte.
Die steigenden Kosten für olympische Medaillen werfen Fragen zur Effizienz der Sportförderung auf. Mit 78 Millionen Euro über drei Jahre wird die künftige Mittelverteilung über Erfolg oder Misserfolg entscheiden – sowohl für medaillenträchtige als auch für erfolglose Verbände.






