30 January 2026, 01:49

Eisige Gefahr: Warum Berlins glatte Gehwege die Politik zum Handeln zwingen

Zwei Menschen gehen eine verschneite Straße in Berlin, Deutschland, entlang, gesäumt von Gebäuden, Pfählen und Fahrzeugen, mit Text am unteren Bildrand.

Wegner will den Einsatz von Streusalz ermöglichen - Eisige Gefahr: Warum Berlins glatte Gehwege die Politik zum Handeln zwingen

Berlin kämpft mit anhaltenden Gefahren durch vereiste Gehwege

Dauerhafter Eisregen und anhaltender Frost halten Berlin fest im Griff – die Stadt steht vor anhaltenden Risiken durch glatte Gehwege. Viele Grundstücksbesitzer haben es versäumt, die Wege zu räumen oder zu streuen, sodass sie seit Tagen gefährlich glatt bleiben. Nun wächst der politische Druck, im Extremfall Streusalz zuzulassen, um Unfälle zu verhindern.

Die Debatte hat an Fahrt aufgenommen, nachdem Berlins regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) eine Änderung der geltenden Regeln gefordert hat. Er will, dass das Abgeordnetenhaus den Einsatz von Streusalz bei extremen Wetterbedingungen erlaubt. Wegner hat eine Diskussion über das Thema angestoßen; ein entsprechender Antrag seiner Partei liegt derzeit noch zur Beratung vor.

Auch die Senatorin für Umwelt und Verkehr, Ute Bonde, befürwortet eine Anpassung des Straßenreinigungsgesetzes. Sie plädiert dafür, Ausnahmen zuzulassen, wenn "unmittelbare Lebensgefahr" besteht. Bisher sehen die Vorschriften vor, dass Grundstücksbesitzer für die Sicherheit der Gehwege verantwortlich sind – doch während der aktuellen Kältewelle haben viele ihre Pflichten vernachlässigt.

CDU und SPD, die derzeit in einer Koalition regieren, haben bereits in der Vergangenheit bei Fragen der Infrastrukturresilienz zusammengearbeitet. Dennoch steht eine Entscheidung über den Streusalz-Einsatz noch aus – währenddessen müssen Fußgänger weiter auf ungestreuten Wegen bei Dauerfrost navigieren.

Sollte das Gesetz geändert werden, könnte Streusalz in Notfällen eingesetzt werden, um die Sicherheit zu erhöhen. Bis dahin bleibt Berlins Bevölkerung nichts anderes übrig, als sich bei extremem Wetter auf unbehandelten Gehwegen zu bewegen. Die Abwägung zwischen den Risiken glatter Wege und Umweltbedenken hält die politische Diskussion weiterhin offen.