Experte zerpflückt Deutschlands E-Auto-Förderung: "Schlecht gemacht und unnötig"
Dörthe ScheuermannDudenhoffer kritisiert neues Elektrofahrzeug-Förderprogramm - Experte zerpflückt Deutschlands E-Auto-Förderung: "Schlecht gemacht und unnötig"
Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer hat die staatliche Förderpolitik für Elektroautos in Deutschland als überflüssig und schlecht konzipiert kritisiert. Seiner Ansicht nach kommt das steuerfinanzierte Programm nicht den Bedürfnissen des Marktes entgegen und könnte durch die Begünstigung günstigerer Importmodelle sogar nach hinten losgehen.
Das aktuelle Förderprogramm wurde im Januar 2024 eingeführt, doch Dudenhöffer zufolge hat es die Preise für zentrale Elektromodelle in Deutschland kaum beeinflusst. Trotz der Subventionen bleiben die Rabatte auf beliebte E-Autos seit der Ankündigung weitgehend unverändert.
Zudem kritisiert er, dass die Einkommensgrenzen für die Höchstförderung zu streng sind. Haushalte mit einem Jahreseinkommen von 45.000 Euro oder weniger profitieren nur begrenzt – was die Wirksamkeit des Programms für einkommensschwächere Familien einschränkt.
Ein weiteres Problem sieht Dudenhöffer in der möglichen Zunahme von Billigimporten, insbesondere aus China. Die Förderung könnte unbeabsichtigt ausländische Hersteller begünstigen und deutsche Marken benachteiligen.
Deutsche Premiumhersteller wie Audi, BMW, Mercedes und Porsche dürften von der Subvention kaum profitieren. Ihre höherpreisigen Modelle fallen aus den wichtigsten Förderstufen heraus und stehen damit im Nachteil gegenüber günstigeren Konkurrenten.
Unterdessen wächst der Marktanteil von Elektroautos in Deutschland stetig: von 20,3 Prozent im Jahr 2024 auf 30,0 Prozent 2025. Bis Dezember 2025 entfiel bereits ein Anteil von 34,5 Prozent der Neuzulassungen auf E-Autos. Ein direkter Zusammenhang zwischen diesem Wachstum und dem Förderprogramm von 2024 lässt sich jedoch nicht nachweisen.
Dudenhöffers Kritik zeigt mögliche Schwachstellen der Förderung auf – von der begrenzten Entlastung für Haushalte mit niedrigem Einkommen bis hin zur unfreiwilligen Stärkung ausländischer Importe. Ob das Programm langfristig den deutschen E-Auto-Markt voranbringt und die Steuergelder rechtfertigt, bleibt vorerst offen.