FDP setzt auf Wehrpflicht und Bundeswehr-Ausbau für Comeback in Kiel
Oliver LinkeFDP-Landeschef Vogt: Hoffnung auf Regierungsbeteiligung - FDP setzt auf Wehrpflicht und Bundeswehr-Ausbau für Comeback in Kiel
Kevin Vogt betont die Hoffnung der FDP auf eine Regierungsbeteiligung in Schleswig-Holstein. Die FDP drängt auf eine Stärkung der regionalen Verteidigungspolitik vor ihrer anstehenden Landesparteitags am Wochenende. Parteichef Kevin Vogt betonte, der Ausbau von Bundeswehrstandorten und die Wiedereinführung der Wehrpflicht stünden ganz oben auf der Agenda. Die Vorstöße erfolgen im Vorfeld der Landtagswahl 2027, bei der die Liberalen wieder an Einfluss gewinnen wollen.
Auf dem Parteitag soll ein Antrag debattiert werden, der den beschleunigten Aufbau moderner Sicherheitsstrukturen vorsieht. Im Fokus steht dabei die Reaktivierung militärischer Liegenschaften, darunter der ehemalige Standort des Marinefliegergeschwaders 5 in Kiel-Holtenau. Die Stadt verhandelt derzeit mit der Bundeswehr über die künftige Nutzung des Geländes; eine Entscheidung wird bis Februar 2026 erwartet.
Ein weiterer Antrag, initiiert vom früheren Sozialminister Heiner Garg (FDP), fordert die schrittweise Rückkehr zu Wehr- und Zivildienst innerhalb von vier Jahren. Zudem sollen ehemalige Wehrpflichtige unter 40 Jahren motiviert werden, sich Reserveeinheiten für den Heimatschutz anzuschließen.
Kevin Vogt sieht für die FDP 2027 die Chance auf eine Rückkehr in die Landesregierung. Er geht davon aus, dass Unmut in der CDU-Wählerschaft über die aktuelle schwarz-grüne Koalition seiner Partei in die Hände spielen könnte. Bundesweit kämpft die FDP seit dem Scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde bei der Bundestagswahl 2021 um Aufmerksamkeit und hat deutlich an medialer Präsenz eingebüßt.
Ziel der Liberalen sei es, laut Kevin Vogt, wieder Regierungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Der Ausbau der Bundeswehr-Infrastruktur und die Stärkung der regionalen Verteidigung sollen dabei centrale Bausteine der Strategie sein.
Die Verteidigungspläne der FDP werden auf dem Kieler Parteitag offiziell beraten. Bei einer Zustimmung könnten die Vorhaben die Sicherheitspolitik des Landes vor der Wahl 2027 prägen. Ob die Partei künftig wieder regiert, hängt maßgeblich davon ab, wie die Wähler und potenzielle Koalitionspartner die Initiativen aufnehmen.
