FDP will Regionale Schulen abschaffen – doch schafft sie den Landtagseinzug?
Oliver LinkeFDP will Haupt- und Realschule wieder einführen - FDP will Regionale Schulen abschaffen – doch schafft sie den Landtagseinzug?
Die Freie Demokratische Partei (FDP) in Mecklenburg-Vorpommern hat vor der Landtagswahl am 20. September ihre Bildungspolitik festgelegt. Auf einer jüngsten Konferenz sprachen sich die Delegierten dafür aus, die Regionale Schule abzuschaffen und zum dreigliedrigen Schulsystem zurückzukehren. Gleichzeitig steht die Partei vor der Herausforderung, wieder in den Landtag einzuziehen – Umfragen zeigen eine Zustimmung unter der für die Vertretung notwendigen Fünf-Prozent-Hürde.
Auf einem Landesparteitag Anfang 2026 verabschiedete die FDP ihr bildungspolitisches Programm. Im Mittelpunkt steht der Vorschlag, die Regionale Schule – ein 2002 eingeführtes Modell, das Haupt- und Realschulen zusammenlegte – abzuschaffen. Stattdessen will die Partei Haupt- und Realschulen wieder einführen und damit zur dreigliedrigen Schulstruktur zurückkehren. Förderschulen sollen bestehen bleiben, der Religionsunterricht jedoch durch ein neutrales Fach ersetzt werden, das alle Glaubensrichtungen abdeckt.
Bundesvorsitzender Christian Dürr forderte über die Bildungspolitik hinaus umfassendere Reformen. Er rief zu einer "radikalen Alternative zu mehr vom Gleichen" auf und drängte die Partei, sich in der deutschen Politik klar zu positionieren. In der Migrationspolitik schlug Dürr vor, die Regeln für ausländische Arbeitskräfte zu lockern und verpflichtende Deutschtests zwei Jahre vor der Einschulung einzuführen. Damit solle sichergestellt werden, dass Kinder mit ausreichenden Sprachkenntnissen in die Schule starten.
Der Spitzenkandidat der FDP in Mecklenburg-Vorpommern, Jakob Schirmer, betonte, dass die Freiheit im Mittelpunkt des Wahlkampfs stehen müsse. Diese Ausrichtung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Partei in den Umfragen unter der Fünf-Prozent-Marke liegt – der Schwelle, die für den Einzug in den Landtag erforderlich ist.
Zudem wurde für den Bundesparteitag im Mai ein Antrag eingebracht, der Neuwahlen des Bundesvorstands fordert – ein Zeichen für internen Druck auf Veränderung.
Mit ihrer Bildungspolitik setzt die FDP in Mecklenburg-Vorpommern ein klares Zeichen und macht die Schulreform zu einem zentralen Wahlkampfthema. Angesichts der anstehenden Landtagswahl muss die Partei nun die Wähler von ihrem Programm überzeugen. Ob ihr dies gelingt, bleibt angesichts der aktuellen Umfragewerte unter der Fünf-Prozent-Hürde jedoch ungewiss.






