Fehmarnbelttunnel: Schienenanbindung kostet 2,6 Milliarden Euro mehr als geplant
Oliver LinkeFehmarnbelttunnel: Schienenanbindung kostet 2,6 Milliarden Euro mehr als geplant
Die Kosten für die deutschen Schienenanbindungen an den Fehmarnbelttunnel sind auf 10,7 Milliarden Euro explodiert – deutlich mehr als die ursprünglich veranschlagten 8,1 Milliarden. Ein vertraulicher Bericht des Bundesrechnungshofs zu diesen Kostenüberschreitungen soll nach Prüfung durch den Bundestag bald veröffentlicht werden.
Claus Ruhe Madsen, Wirtschaftsminister von Schleswig-Holstein, bezeichnete die Preissprünge als „inakzeptabel“ und eine „Ohrfeige“ für die Bundesregierung und die Deutsche Bahn. Gleichzeitig betonte er, dass Deutschland trotz der steigenden Ausgaben nicht aus dem Projekt aussteigen werde. Allein der Sund-Tunnel hat sich von ursprünglich 714 Millionen auf 2,306 Milliarden Euro verteuert.
Die Inbetriebnahme des Tunnels ist nun für 2029 vorgesehen – zwei Jahre später als geplant. Paula Piechotta, haushaltspolitische Sprecherin der Grünen, forderte das Bundesverkehrsministerium auf, schnellere und kostengünstigere Lösungen für den Bau der Schienenanbindungen zu finden. Zudem verwies sie auf ähnliche Verzögerungen bei der Planung der Zufahrtsstrecken zum Brenner-Basistunnel.
Piechotta warnte, dass die zögerliche Umsetzung des Schienenausbaus die Verkehrsprobleme verschärfen könnte. Sie wies darauf hin, dass Nachbarländer bereits unter Lärm, Umweltbelastung und maroder Infrastruktur durch den wachsenden Straßenverkehr litten – ein Problem, das sie auf den mangelnden politischen Willen Deutschlands zurückführte, Bahnprojekte voranzutreiben.
Trotz der Verzögerungen und steigenden Kosten bleibt das Projekt auf Kurs. Der Bericht des Rechnungshofs wird in Kürze veröffentlicht und soll weitere Details zu den finanziellen Überschreitungen liefern. Die Sorge bleibt, welche Folgen die stockende Schienenexpansion für Verkehr und Infrastruktur haben könnte.






