Finanzkrise an Kieler und Flensburger Hochschulen droht mit Kürzungen bei Personal und Studiengängen
Oliver LinkeUniversität Kiel fordert mehr Geld - Jobs und Fächer in Gefahr - Finanzkrise an Kieler und Flensburger Hochschulen droht mit Kürzungen bei Personal und Studiengängen
Zwei Hochschulen in Schleswig-Holstein stehen vor ernsten finanziellen Problemen. Die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) hat eine Einstellungsperre verhängt und drängt auf höhere Grundmittel. Gleichzeitig hat auch die Europa-Universität Flensburg nach der Ausschöpfung ihrer Rücklagen die Personalsuche gestoppt.
Die CAU reagierte mit einem neunmonatigen Stopp bei der Besetzung freier Stellen auf einen neuen Leistungsvertrag mit der Landesregierung. Die Vereinbarung, die den Zeitraum von 2026 bis 2029 abdeckt, zwingt zu Sparmaßnahmen, die langfristig zu Kürzungen bei Professuren und Studiengängen führen könnten. Kanzlerin Claudia Ricarda Meyer warnte, dass die geforderten Einsparungen ohne verbesserte Finanzierung zu solchen Streichungen führen müssten.
Die Universität argumentiert, dass ihr aktuelles Budget ihrer Rolle als führende Einrichtung der Landeshauptstadt nicht gerecht werde. Zusätzliche Projektmittel oder Studiengebühren könnten das Defizit nicht ausgleichen, weshalb die CAU eine Stärkung des Grundhaushalts fordert. Gleichzeitig arbeitet die Hochschulleitung mit dem Land zusammen, um Investitionen in Bauvorhaben und Infrastruktur zu sichern – darunter ein geplantes Rechenzentrum.
An der Europa-Universität Flensburg hat der finanzielle Druck bereits seit März 2025 zu einer Einstellungsperre geführt. Die Hochschule hat nach Jahren knapper Ressourcen ihre Personal- und Finanzrücklagen aufgebraucht. Der Grundhaushalt konnte mit den wachsenden Anforderungen in der Lehrerbildung, der Weiterbildung und der digitalen Lehre nicht Schritt halten.
Beide Universitäten streben nach langfristiger finanzieller Stabilität. Die CAU erwartet, dass mögliche zusätzliche Landesmittel direkt in den Grundhaushalt fließen. Ohne verlässliche Finanzierung bleiben weitere Kürzungen bei Personal und Studienangeboten ein Risiko.






