Flensburgs Diako-Krankenhaus streicht fast alle Schwangerschaftsabbrüche – Politiker fordern Lösungen

Oliver Linke
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Ein Plakat mit der Aufschrift "Beende den Job: Gesundheit sollte ein Recht sein, nicht ein Privileg" und einer Karte mit den Worten "Mache niedrigere Gesundheitskosten dauerhaft und schließe die Lücke in der Versorgung für amerikanische Familien" darauf gedruckt.Oliver Linke

Streit um Abtreibungen im Flensburg-Gebiet - Flensburgs Diako-Krankenhaus streicht fast alle Schwangerschaftsabbrüche – Politiker fordern Lösungen

In Schleswig-Holstein ist ein politischer Streit über den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen in Flensburg entbrannt. Im Mittelpunkt steht die bevorstehende Einschränkung der Dienste im Diako-Krankenhaus, das künftig Abbrüche nur noch in seltenen Ausnahmefällen durchführen wird. Abgeordnete verschiedener Parteien fordern nun von der Landesregierung, alternative Versorgungsangebote für die Region zu sichern.

Ab diesem Sonntag wird das Diako-Krankenhaus in Flensburg die meisten Schwangerschaftsabbrüche nicht mehr anbieten. Unter der neuen katholischen Trägerschaft sind Eingriffe nur noch in medizinisch begründeten Ausnahmefällen vorgesehen. Dies folgt einem größeren Trend nach der Fusion des Förde-Klinikums 2025, wo der katholische Einfluss ebenfalls zur Streichung von Abbruchsleistungen führte.

Die Änderung hat Kritik von Oppositionsparteien ausgelöst. Vertreter von SPD, FDP und SSW fordern von der Landesregierung, den weiteren Zugang zu garantieren. Der ehemalige Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) mahnte, eine Versorgungslücke zu verhindern, während der SSW-Fraktionsvorsitzende Christian Dirschauer auf unzureichende ambulante Kapazitäten in Flensburg hinwies.

Die grüne Sprecherin Catharina Nies warf der Koalition vor, das Problem nicht konsequent anzugehen. Sie betonte, dass der lokale Zugang erhalten bleiben müsse – auch wenn Daten zeigen, dass 98 Prozent der Abbrüche in Schleswig-Holstein ambulant erfolgen. 2024 erforderten nur 40 der rund 3.400 Eingriffe im Land einen stationären Aufenthalt.

Bildungsministerin Dorit Stenke (CDU) verwies darauf, dass Schleswig-Holstein im Vergleich zu anderen Bundesländern bereits überdurchschnittlich gut aufgestellt sei. Da jedoch in Flensburg keine alternativen Anbieter benannt sind, bleiben Bedenken wegen regionaler Engpässe.

Die neue Regelung des Diako-Krankenhauses reduziert die Abbruchsangebote in Flensburg ab diesem Wochenende. Zwar verweist die Landesstatistik auf eine gute ambulante Versorgung, doch warnen Politiker vor lokalen Lücken. Die Debatte dreht sich nun darum, ob die Landesregierung eingreifen wird, um die Erreichbarkeit der Leistungen zu sichern.

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