28 June 2026, 20:35

Förderskandal in Hannover: 924.000 Euro für ein "Geisterprojekt" veruntreut?

Der Zuschuss-Skandal aus Hannover geht in die nächste Runde

Förderskandal in Hannover: 924.000 Euro für ein "Geisterprojekt" veruntreut?

In Hannover ist ein Förderskandal um das Projekt „Respekt Café Kronsberg“ aufgedeckt worden. Der Verein, der 2023 vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) 924.479 Euro erhalten hatte, steht nun im Verdacht, die Gelder zweckentfremdet zu haben. Im Mittelpunkt der Vorwürfe steht Hülya Iri, ehemalige stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Hannoverschen Stadtrat.

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Die Ermittlungen ergaben, dass bis Juni 2023 bereits fast 740.000 Euro ausgezahlt worden waren. Dennoch gab es keine nachweisbaren Projekte, und die Insolvenzverwalter fanden keine Hinweise auf ein aktives Vereinsleben. Auch Iris Tochter, Esma Bozdemir, erhielt über mehrere Jahre hinweg Zahlungen des Vereins in Höhe von insgesamt 155.000 Euro.

Iris persönliche Einnahmen aus dem Verein stiegen deutlich an: Ihr „Honorar“ erhöhte sich von 1.000 Euro im Jahr 2021 auf 7.680 Euro im Jahr 2023. Der Skandal erhielt politische Brisanz, als Adis Ahmetović, Bundestagsabgeordneter und stellvertretender SPD-Landesvorsitzender in Niedersachsen, im Dezember 2022 auf die Vorwürfe aufmerksam wurde.

Die SPD distanzierte sich unterdessen von dem Verein und wies jede formale Verbindung zurück. Doris Schröder-Köpf, die ehemalige Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder, hatte Iri bereits 2018 in einem Schreiben unterstützt.

Der Fall wirft schwere Fragen zur Verwendung öffentlicher Mittel auf. Da keine dokumentierten Aktivitäten oder abgeschlossenen Projekte vorliegen, bleiben die Finanzgeschäfte des Vereins weiter Gegenstand der Ermittlungen. Die Behörden prüfen weiterhin den Geldfluss und die Rolle der Beteiligten.

Quelle