19 June 2026, 04:22

Gabriele Stötzer: Politische Kunst und Widerstand im Gropius Bau

Künstlerin Stötzer: "Sei dabei und bleib nicht stumm"

Gabriele Stötzer: Politische Kunst und Widerstand im Gropius Bau

Gropius Bau in Berlin zeigt große Einzelausstellung von Gabriele Stötzer

Der Berliner Gropius Bau präsentiert eine umfassende Retrospektive des Werks von Gabriele Stötzer. Die Schau vereint rund 150 Exponate – von Videos und Fotografien über Mode bis hin zu großen Wollskulpturen. Mit 73 Jahren zählt die Künstlerin nach wie vor zu den prägendsten Figuren der deutschen Gegenwartskunst.

Stötzers Schaffen erstreckt sich über Jahrzehnte und ist geprägt von künstlerischem Erfindungsreichtum und politischem Widerstand. In der DDR gehörte sie zu den Mitbegründerinnen der Erfurter Künstlerinnengruppe und lotete in einem restriktiven System künstlerische Freiräume aus. Ihr Engagement führte Ende der 1970er-Jahre zur Inhaftierung, nachdem sie eine Petition gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns unterzeichnet hatte. Ein Jahr verbrachte sie im Gefängnis – eine Zeit, in der sie Strumpfhosen nähte, um sich die Stunden zu vertreiben.

1989 machte sie erneut Schlagzeilen, als sie das Stasi-Kreisamt in Erfurt besetzte. Trotz ihrer Verwurzelung in der DDR lehnt sie es ab, allein als „Ost-Künstlerin“ wahrgenommen zu werden. Nun rückt ihr vielseitiges Werk im Berliner Gropius Bau in den Mittelpunkt.

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Noch in diesem Jahr wird Stötzer mit dem Goslarer Kaiserring ausgezeichnet, einer der renommiertesten Kunstpreise Deutschlands. Die in Erfurt lebende Künstlerin und Aktivistin bleibt eine einflussreiche Stimme. Die Ausstellung unterstreicht ihre vielschichtige Begabung und ihre Rolle in der Formierung moderner Kunst. Die bevorstehende Ehrung würdigt ihr Lebenswerk – eine Geschichte, die bis heute Debatten über Kunst, Politik und Identität anregt.

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