03 March 2026, 06:21

Gasspeicher auf Rekordtief: Notmaßnahmen retten Deutschlands Gasversorgung

Ein Mann und eine Frau mit Masken halten ein Schild mit der Aufschrift "Lager Jetzt Evakuieren" vor einer Gruppe mit Fahrrädern, Bäumen und einem Gebäude im Hintergrund.

Gaslager: 60 Millionen Euro Puffer für das Gasnetz - Gasspeicher auf Rekordtief: Notmaßnahmen retten Deutschlands Gasversorgung

Deutschlands Gasspeicherstände auf historischem Tiefstand – Notmaßnahmen sichern Versorgung

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Die Gasspeicher in Deutschland sind in diesem Winter auf historische Tiefstände gesunken und liegen im Durchschnitt unter 20 %. Als Reaktion darauf hat die Trading Hub Europe (THE) eine Notausschreibung gestartet, um zusätzliche Gaslieferungen zu beschaffen und so die Versorgungssicherheit trotz starker Nachfrage und schrumpfender Reserven zu gewährleisten.

Mitte Februar waren die Speicherstände bereits auf etwa 25 % gefallen, mit Prognosen, die bis Ende März einen weiteren Rückgang auf 12 bis 13 % vorhersagen. Dieser drastische Abfall steht im deutlichen Kontrast zu früheren Jahren: Anfang Februar 2025 lag der Füllstand noch bei 56 %, und Mitte März 2022 betrug er knapp unter 25 %. Eine anhaltende Kältewelle, ein erhöhter Heizbedarf und die gesenkten Mindestbefüllungsvorgaben – die zum 1. Februar von 40 % auf 30 % reduziert wurden – haben die Krise verschärft.

Um die Engpässe zu überwinden, schrieb die THE eine Sonderausschreibung für Ausgleichsenergie von Mitte Februar bis Mitte März aus. Dadurch konnten 21.300 Megawatt für Ende Februar und 15.000 Megawatt für Anfang März gesichert werden. Die Kosten dieser Notmaßnahme belaufen sich allein für die Reservierungsgebühren auf rund 60 Millionen Euro. Falls die Reserven tatsächlich abgerufen werden, muss die THE zusätzlich die üblichen Marktpreise für die Ausgleichsenergie zahlen.

Wirtschaftsministerin Katharina Reiche hatte im vergangenen Sommer entschieden, die Speicherbefüllung den Marktkräften zu überlassen. Diese Entscheidung führte zu geringeren Reserven zu Winterbeginn und zwang Deutschland, stärker auf Importe über Pipelines und LNG-Terminals zu setzen. Trotz der angespannten Lage sind die Gaspreise bisher relativ stabil geblieben. Die Gesamtkosten für die Wintervorsorgemaßnahmen übersteigen mittlerweile 100 Millionen Euro.

Der Zuschlagspreis in dieser Ausschreibung lag höher als bei der vor dem Winter durchgeführten Auktion für langfristige Optionen (LTO). Dennoch fällt die finanzielle Belastung für die Verbraucher geringer aus als zunächst befürchtet, da die Endkosten niedriger sind. Die Umlage für die Ausgleichsenergie wird dennoch auf die Gaskunden abgewälzt.

Durch die Notfallmaßnahmen konnte Deutschland zusätzliche Gaslieferungen sichern und so schwere Versorgungsengpässe trotz rekordniedriger Speicherstände abwenden. Die Gesamtkosten für die Ausgleichsenergie übersteigen nun 100 Millionen Euro, wobei die Verbraucher über eine Umlage an den Kosten beteiligt werden. Die Gaspreise sind jedoch stabil geblieben, was die Sorge vor einem starken Preisanstieg dämpft.