21 March 2026, 20:31

Gedenken an den "Tag von Potsdam" – 93 Jahre nach dem Beginn der NS-Diktatur

Ein steinernes Denkmal mit einem Kreuz, gewidmet den deutschen Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg starben, steht vor einer Kirche mit einem kreuzförmigen Turm, umgeben von Bäumen und einer Mauer.

In der Garnisonkirche: Gedenkfeier zum 'Tag von Potsdam' - Gedenken an den "Tag von Potsdam" – 93 Jahre nach dem Beginn der NS-Diktatur

In Potsdam fand eine Gedenkveranstaltung zum 93. Jahrestag des "Tags von Potsdam" statt. Das Ereignis vom 21. März 1933 markierte einen Wendepunkt der deutschen Geschichte: den Übergang von der Weimarer Republik in die nationalsozialistische Diktatur und gilt vielfach als Geburtsstunde des "Dritten Reiches".

Die Feierlichkeit wurde in der Garnisonkirche abgehalten, einem Ort, der eng mit dem berüchtigten Händedruck zwischen Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von Hindenburg verbunden ist. Dieses fotografisch festgehaltene Moment bleibt bis heute ein mächtiges Symbol für den Beginn der NS-Herrschaft.

Am 21. März 1933 traf der neu ernannte Reichskanzler Adolf Hitler in der Potsdamer Garnisonkirche mit Reichspräsident Paul von Hindenburg zusammen. Der inszenierte Händedruck vor dem historischen Gebäude sollte Einheit und Legitimität vermitteln – das Bild wurde zur Ikone der Machtkonsolidierung der Nationalsozialisten.

Die Garnisonkirche selbst birgt eine vielschichtige Geschichte. 1732 vom Architekten Philipp Gerlach erbaut, überstand sie mehr als zwei Jahrhunderte, bis sie im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört wurde. Nach Kriegsende diente die Ruine als Heilig-Kreuz-Kapelle für christliche Gottesdienste. 1968 sprengten jedoch die DDR-Behörden die Reste – ein Akt, der später als kulturelle Zerstörung kritisiert wurde.

Jahrzehnte später begann der Wiederaufbau. Der im November 2023 fertiggestellte Turm ist mit 2,5 Millionen Ziegeln das höchste Backsteingebäude Europas seit 200 Jahren. Im Inneren zeigt die Ausstellung "Glaube, Macht und Militär" die wechselvolle Vergangenheit des Ortes. Die wiedererrichtete Kirche steht heute als Denkmal preußischer Tradition und als Zeichen des Widerstands gegen ideologische Auslöschung.

Die Gedenkveranstaltung am 21. März 2024 reflektierte über dieses doppelte Erbe: einen Ort, an dem die Demokratie unterging – und an dem heute Geschichte für kommende Generationen bewahrt wird.

Der "Tag von Potsdam" bleibt eine eindringliche Mahnung an Deutschlands Abgleiten in die Diktatur. Die Garnisonkirche, einst Kulisse nationalsozialistischer Propaganda, beherbergt nun eine Ausstellung zu ihrer Rolle in Glaubens-, Macht- und Militärgeschichte. Ihr Wiederaufbau symbolisiert die physische und ideelle Wiedergewinnung eines verlorenen Kulturdenkmals.

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