27 January 2026, 21:02

Gedenken in Itzehoe: Herbst warnt vor wachsendem Antisemitismus in Schleswig-Holstein

Ein Steinplattenrelief mit Inschrift auf einer Wand, umgeben von Pflanzen unten, wahrscheinlich ein Holocaust-Mahnmal.

Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus in Itzehoe - Gedenken in Itzehoe: Herbst warnt vor wachsendem Antisemitismus in Schleswig-Holstein

In Itzehoe fand eine feierliche Gedenkveranstaltung statt, um der Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung zu gedenken. Kristina Herbst, Präsidentin des Schleswig-Holsteinischen Landtags, führte die Ehrungen an und warnte vor der wachsenden Bedrohung durch Antisemitismus in der Region. Bei der Veranstaltung wurde auch das bleibende Vermächtnis von Überlebenden wie Nicolaus Blättermann gewürdigt, der sein Leben dem Wiederaufbau jüdischen Lebens in Deutschland widmete.

Während der Zeremonie gedachte Herbst der Millionen Menschen, die unter der NS-Herrschaft ermordet wurden. Sie nannte sechs Millionen jüdische Opfer sowie Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, politische Gegner und LGBTQ+-Personen. Ihr Leid, betonte sie, dürfe niemals in Vergessenheit geraten.

Herbst bezeichnete das Erinnern als eine 'ständige Pflicht demokratischer Gesellschaften'. Sie unterstrich die Bedeutung, ihre Geschichten zu bewahren, um Gerechtigkeit und menschliche Würde zu wahren. Die Landtagspräsidentin äußerte zudem Besorgnis über den zunehmenden Antisemitismus in Schleswig-Holstein. Zu den jüngsten Vorfällen zählten Schändungen von Gedenkstätten und offene Feindseligkeit im öffentlichen Raum. Solche Taten, warnte sie, untergrüben das gesellschaftliche Vertrauen und müssten entschlossen zurückgewiesen werden. In ihrer Rede ehrte Herbst Nicolaus Blättermann, einen Überlebenden des Holocaust, der Verfolgung, Zwangsarbeit und Konzentrationslager überstanden hatte. Sein lebenslanges Engagement für die Wiederbelebung jüdischen Lebens in Deutschland, erklärte sie, stehe für 'den größten Triumph über die Nazis'.

Die Veranstaltung in Itzehoe unterstrich die Notwendigkeit, Hass entschlossen entgegenzutreten und demokratische Werte zu verteidigen. Herbsts Mahnungen vor modernem Antisemitismus gingen mit einem Appell zu wachsamer Aufmerksamkeit einher. Die Gedenkfeier war zugleich eine Hommage an die Vergangenheit und eine Herausforderung für die Gegenwart.