Gesetzliche Krankenversicherung droht Milliarden-Defizit bis 2030
Deutschlands gesetzliche Krankenversicherung steht vor einer wachsenden Finanzkrise. Neue Prognosen zeigen, dass sich die Defizite von 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf knapp 5,8 Milliarden Euro bis 2030 erhöhen werden. Der Bundestag wird an diesem Freitag über vorgeschlagene Reformen debattieren, um die Finanzlücke zu schließen.
Anfang 2023 stiegen die Ausgaben der Krankenkassen für Ärzte, Medikamente und Krankenhäuser um 7,8 Prozent – ein Anstieg, der die ursprüngliche Prognose von 6,5 Prozent übertraf. Bis Jahresende wird mit einem Finanzierungsdefizit von 3,5 Milliarden Euro gerechnet.
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte ein Sparpaket vorbereitet, um die Belastung zu verringern. Darin enthalten war ein finanzieller Puffer in Höhe von einer Milliarde Euro für die Kassen. Doch das volle Ausmaß der finanziellen Belastung wird erst 2025 deutlich werden.
Die Aussichten für die kommenden Jahre bleiben düster. Schätzungen zufolge wird das Defizit 2027 bei 2,5 Milliarden Euro liegen, bis 2029 auf 4,4 Milliarden Euro ansteigen und 2030 mit 5,8 Milliarden Euro seinen Höhepunkt erreichen. Für 2028 wird ein leichter Rückgang auf 1,9 Milliarden Euro erwartet.
Am Freitag findet im Bundestag die erste Lesung der Regierungspläne zur Gesundheitsreform statt. Falls verabschiedet, sollen die Maßnahmen die Finanzierung eines unter zunehmendem Druck stehenden Systems stabilisieren. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Reformen die wachsenden Defizite eindämmen können.
