10 February 2026, 13:14

Gewalt gegen Journalisten erreicht in Deutschland alarmierenden Höchststand

Titelseite einer deutschen Zeitung mit der Überschrift "Deutsches Reichstag, Vol 1, No 1, September 18, 1914" und einem Schwarz-Weiß-Bild eines Mannes im Anzug und Krawatte.

Journalisten und Medien als Ziele von Straftaten - Gewalt gegen Journalisten erreicht in Deutschland alarmierenden Höchststand

Angriffe auf Journalisten und Medienmitarbeiter in Deutschland nehmen dramatisch zu

In den vergangenen eineinhalb Jahren haben die Übergriffe auf Journalisten und Medienmitarbeiter in Deutschland stark zugenommen. Zwischen April 2024 und November 2025 registrierten die Behörden 818 politisch motivierte Straftaten gegen Medienvertreter, darunter 89 Gewaltdelikte. Dieser Anstieg stellt eine deutliche Zunahme im Vergleich zu den Vorjahren dar und wirft Fragen zur Pressefreiheit und Sicherheit in Deutschland auf.

Die bundesweiten Zahlen zeigen einen besorgniserregenden Trend: Zwischen dem 1. April 2024 und dem 30. November 2025 wurden im Schnitt fast 41 politisch motivierte Straftaten gegen Medienmitarbeiter pro Monat gemeldet. 2023 waren es noch etwa 24 Fälle monatlich, insgesamt 290 Vorfälle im gesamten Jahr. Besonders betroffen waren damals Berlin, Sachsen (82 Fälle), Bayern (64 Fälle) und Nordrhein-Westfalen (55 Fälle).

Allein in Hessen dokumentierte die Polizei im selben Zeitraum 29 politisch motivierte Straftaten gegen Journalisten, darunter eine Körperverletzung, sechs propagandistische Delikte, zwei Sachbeschädigungen sowie drei Fälle von Nötigung oder Bedrohung.

Rechtsextreme Täter waren bundesweit für etwa ein Drittel der Straftaten verantwortlich, während linksextreme Gruppen mit 78 Vorfällen in Verbindung gebracht wurden. Die Zunahme der Gewalt alarmiert Politiker und Befürworter der Pressefreiheit. David Schliesing, medienpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, bezeichnete die steigende Zahl der Angriffe als "ziefst beunruhigend".

Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) verfolgte die Entwicklung und bestätigte 55 Angriffe auf Medienmitarbeiter und Redaktionen im Jahr 2025. Zwar liegt diese Zahl unter den 89 registrierten Fällen von 2024, doch warnt die Organisation, dass der langfristige Aufwärtstrend weiterhin besorgniserregend bleibt.

Die Daten verdeutlichen eine anhaltende und sich verschärfende Bedrohung für Journalisten in Deutschland. Mit Hunderten von Vorfällen in den letzten Jahren beobachten Behörden und Menschenrechtsorganisationen die Lage genau. Besonders die Zunahme gewalttätiger Übergriffe unterstreicht die Herausforderungen, vor denen Medienvertreter in einem zunehmend feindseligen Umfeld stehen.