01 April 2026, 00:30

Gewaltwelle im öffentlichen Dienst: Ver.di fordert dringend strengere Schutzgesetze

Ein Plakat mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund zeigt "Kindera(r)beit ist eine nationale Geißel - Sollen wir die Industrie das Land fesseln lassen?", mit einer Gruppe von Menschen verschiedenen Alters, Geschlechts und Ethnien, die gemeinsam stehen.

Verdi: Stoppe Gewalt gegen Mitarbeiter - Gewaltwelle im öffentlichen Dienst: Ver.di fordert dringend strengere Schutzgesetze

Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Dienst in Deutschland nimmt dramatisch zu

Die Zahl der Angriffe auf Mitarbeiter im öffentlichen Dienst steigt in Deutschland stark an – Gewalt und Beleidigungen gehören zunehmend zum Alltag. Allein die Deutsche Bahn verzeichnete 2025 3.262 Übergriffe auf Beschäftigte – ein Anstieg um 37 Prozent im Vergleich zu 2016. Nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter fordert die Gewerkschaft Ver.di nun strengere gesetzliche Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter in verschiedenen Branchen.

Ver.di warnt vor einer besorgniserregenden Zunahme von verbalen Attacken, Drohungen und körperlicher Gewalt gegen Beschäftigte im öffentlichen Sektor. Betroffen sind nicht nur Mitarbeiter in Krankenhäusern, Kitas und Rettungsdiensten, sondern zunehmend auch im Einzelhandel. Die Gewerkschaft besteht darauf, dass Arbeitgeber Sicherheit als rechtliche Verpflichtung behandeln müssen – und nicht als freiwillige Zusatzleistung.

Um die Lage in den Griff zu bekommen, will Ver.di mit Betriebsaktionen, Tarifverhandlungen und politischem Druck auf rechtlich verbindliche Schutzregelungen hinwirken. Dazu gehören durchsetzbare Sicherheitsvorkehrungen wie etwa Doppelte Besetzung in Risikobereichen, um weitere Vorfälle zu verhindern.

Die aktuellen Zahlen der Deutschen Bahn unterstreichen das Ausmaß des Problems: 2025 wurden 3.262 Fälle von versuchten oder vollendeten Angriffen auf Mitarbeiter gemeldet – 2016 waren es noch 2.374. Zwar gibt es keine bundesweite Statistik für alle Beschäftigten im öffentlichen Dienst, doch der Trend deutet auf eine landesweite Krise hin.

Die Forderungen der Gewerkschaft kommen nach dem tödlichen Angriff auf einen Zugbegleiter und unterstreichen die Dringlichkeit von Maßnahmen. Ver.di pocht auf konkrete Veränderungen, darunter schärfere Pflichten für Arbeitgeber und bessere Personalausstattung. Ohne solche Schritte, so die Warnung, werde das Risiko für Beschäftigte an vorderster Front weiter steigen.

AKTUALISIERUNG

Federal Study: 90% of Public Sector Violence Goes Unreported

New federal data reveals a critical gap in reported violence against public sector workers. A recent study by the Bundesministerium des Innern confirms less than 10% of violent incidents experienced by public employees are officially reported. This underreporting validates Ver.di's warnings about the true scale of the crisis and strengthens their demands for legally binding safety measures across all sectors.