Gil Ofarim räumt falsche Antisemitismus-Vorwürfe gegen Leipziger Hotelmitarbeiter ein
Dörthe ScheuermannGil Ofarim Behauptet: Video ist eine Fälschung - Gil Ofarim räumt falsche Antisemitismus-Vorwürfe gegen Leipziger Hotelmitarbeiter ein
Im Oktober 2021 warf der Sänger Gil Ofarim einem Mitarbeiter eines Leipziger Hotels Antisemitismus vor – ein Vorwurf, der öffentliche Empörung auslöste. Später entpuppte sich die Behauptung als falsch, nachdem Überwachungsaufnahmen seine Schilderung widerlegten. Nach einem langen Rechtsstreit gab Ofarim vor Gericht zu, dass seine Anschuldigungen gegen den Mitarbeiter des RB Leipzig Hotels unwahr waren.
Der Streit begann, als Ofarim ein Video in den sozialen Medien veröffentlichte, in dem er behauptete, ein Mitarbeiter des Westin Hotels in Leipzig habe ihn aufgefordert, seinen Davidstern-Kette zu verstecken. Das Hotel leitete umgehend eine interne Untersuchung durch eine Kanzlei ein, die am 20. Oktober zu dem Schluss kam, dass es keine Beweise für den Vorwurf gab. Der beschuldigte Mitarbeiter, der die Vorwürfe zurückwies, reichte daraufhin Strafanzeige gegen Ofarim wegen Verleumdung ein.
Während des Prozesses vor dem Landgericht Leipzig beharrte Ofarim darauf, die Überwachungsaufnahmen des Hotels seien manipuliert worden. Er behauptete, es fehlten Sekunden im Material, und ein Zeuge habe ihn mit der Kette gesehen. Doch die Aufnahmen zeigten keine solche Kette, sodass er am 28. November 2023 einräumen musste, dass seine ursprüngliche Aussage unwahr war. Sein Anwalt, Dr. Alexander Stevens, bezeichnete die Situation später in einem Instagram-Post als "kaum zu überbietende Heuchelei".
Das Verfahren wurde eingestellt, nachdem Ofarim zugestimmt hatte, 10.000 Euro Entschädigung zu zahlen – aufgeteilt zwischen der jüdischen Gemeinde Leipzigs und der Stiftung, die das Haus der Wannsee-Konferenz verwaltet. Später brach er sein Schweigen in einem Lagerfeuer-Gespräch bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! und begründete seine bisherige Zurückhaltung mit einer vertraglichen Schweigepflicht. Der Anwalt des Mitarbeiters stellte jedoch klar, dass es eine solche Vereinbarung nie gegeben habe – es sei lediglich eine Unterlassungserklärung ergangen.
Der Rechtsstreit endete ohne formelles Urteil, doch Ofarims Geständnis und die finanzielle Einigung markierten sein Ende. Der Fall lenkte die Aufmerksamkeit auf die Folgen falscher Anschuldigungen und die Bedeutung von Beweisen in solchen Fällen. Beide Seiten haben die langwierige öffentliche und juristische Auseinandersetzung inzwischen hinter sich gelassen.