16 April 2026, 08:33

GKV 2024: BKK-Chefin fordert radikale Sparmaßnahmen gegen Milliarden-Defizit

Plakat mit Text, der besagt "Präsident Biden beschränkt die Insulin-Kosten auf 35 Dollar pro Monat für Senioren mit Medicare durch das Inflation Reduction Act" und ein Logo darüber.

GKV 2024: BKK-Chefin fordert radikale Sparmaßnahmen gegen Milliarden-Defizit

Gesetzliche Krankenversicherung steht 2024 vor steigenden Defiziten – BKK-Chefin schlägt Sparmaßnahmen vor

Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland sieht sich 2024 mit wachsenden Haushaltslücken konfrontiert, da die Ausgaben schneller steigen als im Vorjahr. Anne-Kathrin Klemm, Vorsitzende des BKK-Dachverbands, hat nun ein Bündel an Kostensenkungsvorschlägen vorgelegt, um die Finanzierung zu stabilisieren. Ihre Pläne zielen auf Ärztehonorare, Medikamentenpreise und Anpassungen der Mehrwertsteuer ab, um die finanzielle Belastung zu verringern.

Klemms Konzept sieht unter anderem die Wiedereinführung von Budgetobergrenzen für Hausärzte vor – eine Maßnahme, die ihrer Einschätzung nach jährlich zwischen 500 Millionen und 1 Milliarde Euro einsparen könnte. Zudem schlägt sie vor, diese Deckelung auf Kinder- und Jugendärzte auszuweiten, was zusätzliche 300 Millionen Euro pro Jahr bringen könnte.

Weitere Einsparungen sollen durch eine Erhöhung des Herstellerabschlags auf Medikamente erzielt werden. Eine Anhebung der Quote von 7 auf 12 Prozent könnte jährlich 1,3 Milliarden Euro zusätzlich einbringen. Klemm regt zudem an, den Mehrwertsteuersatz auf Arzneimittel von 19 auf 7 Prozent zu senken, was den Haushalt um 6 bis 7 Milliarden Euro pro Jahr entlasten könnte. Wird der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent auch auf Hilfsmittel ausgeweitet, ließen sich zusätzlich 750 Millionen Euro einsparen.

Über die Gebühren- und Steueranpassungen hinaus fordert Klemm schärfere Abrechnungskontrollen in Krankenhäusern. Dies könnte ihrer Meinung nach rund 1 Milliarde Euro jährlich sparen – ohne dass Ausgabenobergrenzen verhängt werden müssten. Allerdings warnt Dr. Andreas Gassen, Vorsitzender des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), dass Honorarkürzungen Ärzte dazu veranlassen könnten, weniger Behandlungstermine anzubieten.

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Am Montag wird die Finanzkommission der Regierung eigene Maßnahmen vorlegen, um die Finanzlücke der GKV zu schließen.

Falls umgesetzt, würden Klemms Vorschläge die Finanzierung von Ärzten, Krankenhäusern und Medikamenten grundlegend reformieren. Die Pläne zielen darauf ab, die wachsende Schieflage im Haushalt der gesetzlichen Krankenkassen zu beheben. Die anstehende Stellungnahme der Kommission wird zeigen, ob die Politik diese Sparinitiativen unterstützt.

Quelle