Gleichstellungsbeauftragte warnen vor wachsendem Antifeminismus und fordern politischen Handlungsplan
Siegrid RöhrichtGleichstellungsbeauftragte warnen vor wachsendem Antifeminismus und fordern politischen Handlungsplan
Rund 500 kommunale Gleichstellungsbeauftragte trafen sich diese Woche in Lübeck zu einer bundesweiten Fachtagung. Im Mittelpunkt standen der wachsende Antifeminismus und die Herausforderungen, vor denen ihre Arbeit steht. Die Teilnehmenden verabschiedeten eine Reihe politischer Forderungen, um Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen.
Die Konferenz konzentrierte sich auf die Lübecker Erklärung, eine öffentliche Positionierung gegen Frauenfeindlichkeit. Teilnehmerinnen wie Heike Tatsch aus Lünen diskutierten, wie feindselige Haltungen gegenüber Frauen den gesellschaftlichen Zusammenhalt schwächen und Ängste schüren. Tatsch warnte, Antifeminismus sei längst kein Randphänomen mehr, sondern ein flächendeckendes Problem.
Antifeministische Tendenzen wurden anhand von Beispielen wie der Diffamierung von Politikerinnen und Angriffen auf Gleichstellungsinitiativen verdeutlicht. Die Anwesenden forderten zudem eine bessere Unterstützung für Alleinerziehende sowie einen Nationalen Aktionsplan gegen Antifeminismus. Ein weiterer zentraler Punkt war die flächendeckende Sicherstellung der geburtshilflichen Versorgung.
Die Tagung endete mit dem Appell an strengere Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Die Delegierten betonten, es brauche konkrete politische Schritte, um Frauenrechte zu schützen und die Arbeitsbedingungen von Gleichstellungsbeauftragten zu verbessern.
Die Konferenz schloss mit einem klaren Forderungskatalog. Dazu gehören schärfere Maßnahmen gegen geschlechtsspezifische Gewalt und eine bundesweite geburtshilfliche Grundversorgung. Die Lübecker Erklärung dient nun als Grundlage für die künftige Interessenvertretung der Gleichstellungsbeauftragten.






